Ich habe gerade den Essay von René Vltchek 'Down and Out in Thailand' gelesen und
er schreibt praktisch das Gegenteil von dem, was Tony Cartalucci geschrieben hat. Er sagt unter anderem, dass Thaksin zwar ein brutaler business-tycoon ist, aber dass er versuchte, die feudalen Strukturen Thailands zu überwinden und ein modernes Land aufzubauen. Dass er außerdem alle Wahlen gewonnen habe, inklusive der letzten, von der Tony Cartalucci eindeutig bewies, dass die Schwester Thaksins nur 48 % der Wähler hinter sich hatte, bei Einrechnung der 26 % Nichtwähler sogar nur 35 %.
Und im von Cartalucci zitierten Report der 'Asia Foundation' steht deutlich, dass bei der Befragung überhaupt nur 25 % angegeben haben, sich von Farben lenken zu lassen. Davon jedoch nur 12 %, die stark zu einer Farbe hielten (5.1 % gelb und 7 % rot) sowie 13 % eher lose (davon 5.2 % gelb und 6.6 % rot). Bei solchen Zahlen kann von einer Spaltung der Gesellschaft nicht die Rede sein. Und verdächtig ist ja auch, dass die US-Regierung eindeutig für Thaksin Stellung bezogen hat. Schließlich hat Obama mit Hilary Clinton Thailand Ende 2012 einen Besuch abgestattet, um der durch Wahlbetrug an die Macht gekommenen Schwester Yingluck Shinawatra den Rücken zu stärken. René erwähnt merkwürdigerweise nicht die Ermordung eines führenden Oppositionellen.
Nun, ich muss euch bitten, Renés Artikel zu lesen (viel zu lang, um ihn zu übersetzen) und euch dann ein Urteil zu bilden. Aber es wird euch wohl ebenso schwer wie mir auch fallen.
Einar Schlereth
29. Januar 2014
Im Windschatten von der Ukraine spielt sich Ähnliches auch in Thailand ab, nur umgekehrt. Dort sitzt ein Regime an der Macht, das durch eine „Farbenrevolution“ und Betrug an die Macht gekommen ist, gegen das sich das Volk jetzt vor den Wahlen aufgelehnt hat. Hier mischen sich die USA ebenfalls ein, aber auf Seiten ihres Marionettenregimes. Zweitens gibt es nicht im entferntesten so viele Faschisten im Land und die Thailänder haben nicht ein reaktionäres Polen und die reaktionären NATO-Länder als Nachbarn. Zwar sind die Herausforderer ebenfalls nicht gerade ideal, aber sie haben zumindest nicht die Agenda der Imperialisten auf dem Tisch liegen.
Tony Cartalucci hat dazu am 25. und heute (29.01.) Artikel geschrieben, die etwas Licht in das Durcheinander der Auseinandersetzungen bringen.
Er schrieb am 25. 01. 2014:
„The Economist hat vor kurzem eine Story gebracht, dass das Thai-Regime in den Norden fliehen könnte und die Region von Thailand „separieren“ könnte. Weit entfernt davon, eine legitime Regierung zu sein, die versucht, „die Demokratie zu erhalten“ ist es eine vom Westen gestützte Marionette, die versucht die wahre, moderne imperiale Agenda des Teilens und Herrschens durchzusetzen.“