Es ist lobenswert, dass ein Amerikaner mal an die älteren Schandtaten der Amis erinnert - wobei es zweifelhaft ist, ob es viel Sinn macht, wenn die Amerikaner nicht mal wissen, wo ihr Land eigentlich liegt. Leider knüpft er auch an eine Tradition der Amerikaner an, die vorschreibt, nur von den eigenen Verlusten zu sprechen. Deshalb übergeht er auch mit Stillschweigen die 13 Millionen Toten, die die ausländische Intervention erzeugt hat und spricht nur von läppischen 174 toten Amerikanern. Und er nennt diese blutigen Kriege "Abenteuer". Welch ein HOHN.
Jeff Klein
19. Juli 2018
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Parade der US-Truppen in Wladiwostok |
Bei der parteiübergreifenden Raserei über den
Trump-Putin-Gipfel in Helsinki macht die fieberhafte, antirussische
Rhetorik in den Vereinigten Staaten denkbar, was bis vor kurzem
unvorstellbar schien: dass gefährliche Spannungen zwischen Russland
und den USA zu einem militärischen Konflikt führen könnten. Es ist
schon einmal passiert.
Im September 1959, während eines kurzen Tauwetters im Kalten Krieg, machte Nikita Chruschtschow seinen berühmten Besuch in den Vereinigten Staaten. In Los Angeles wurde der sowjetische Führer zu einem Mittagessen in die Twentieth Century-Fox Studios in Hollywood eingeladen, und während eines langen und schweißtreibenden Austauschs hatte er dies zu sagen:
"Eure bewaffnete Intervention in Russland war die unangenehmste Sache, die je in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern stattgefunden hat, denn wir hatten bis dahin nie Krieg gegen Amerika geführt; unsere Truppen haben nie einen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt, während Ihre Truppen sowjetischen Boden betreten haben".
Diese Äußerungen Chruschtschows wurden damals in der US-Presse wenig beachtet - besonders im Vergleich zu seiner weit verbreiteten Beschwerde, Disneyland nicht besuchen zu dürfen. Aber selbst wenn die Amerikaner Chruschtschows Äußerungen lasen, ist es wahrscheinlich, dass nur wenige von ihnen eine Ahnung hatten, wovon der sowjetische Premier eigentlich sprach.
Aber die sowjetische - und jetzt auch die russische - Erinnerung ist viel langlebiger. Die Wunden ausländischer Invasionen, von Napoleon bis zu den Nazis, waren 1959 noch frisch im russischen öffentlichen Bewusstsein - und auch heute noch in Russland - in einer Weise, die sich die meisten Amerikaner nicht vorstellen konnten. Unter anderem deshalb reagierten die Russen mit so viel Empörung auf die Erweiterung der NATO bis an ihre Grenzen in den 1990er Jahren, obwohl die USA bei den Verhandlungen über die Vereinigung Deutschlands versprochen haben, dies nicht zu tun.
Die von Chruschtschow erwähnte US-Invasion fand vor einem Jahrhundert statt, nach der Oktoberrevolution und während des darauf folgenden Bürgerkriegs zwischen bolschewistischen und antibolschewistischen Kräften, der Roten Armee gegen Weißrussen. Während die Deutschen und Österreicher Teile West- und Südrusslands besetzten, starteten die Alliierten 1918 eigene bewaffnete Interventionen im russischen Norden und Fernen Osten.
Die alliierten Nationen, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und die USA, zitierten verschiedene Rechtfertigungen für die Entsendung ihrer Truppen nach Russland: die "Rettung" der tschechischen Legion, die für den Kampf gegen die Mittelmächte rekrutiert worden war; den Schutz alliierter Militärlager, damit sie nicht in die Hände der Deutschen fallen würden; die Erhaltung der Kommunikation über die Transsibirische Eisenbahn; und möglicherweise die Wiedereröffnung einer Ostfront im Krieg. Aber das eigentliche Ziel - selten öffentlich zugegeben - war es, die Ereignisse vom Oktober umzukehren und eine "akzeptablere" russische Regierung zu installieren. Wie Winston Churchill später sagte, war das Ziel, "das bolschewistische Kind in seiner Wiege zu erwürgen".
Im September 1959, während eines kurzen Tauwetters im Kalten Krieg, machte Nikita Chruschtschow seinen berühmten Besuch in den Vereinigten Staaten. In Los Angeles wurde der sowjetische Führer zu einem Mittagessen in die Twentieth Century-Fox Studios in Hollywood eingeladen, und während eines langen und schweißtreibenden Austauschs hatte er dies zu sagen:
"Eure bewaffnete Intervention in Russland war die unangenehmste Sache, die je in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern stattgefunden hat, denn wir hatten bis dahin nie Krieg gegen Amerika geführt; unsere Truppen haben nie einen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt, während Ihre Truppen sowjetischen Boden betreten haben".
Diese Äußerungen Chruschtschows wurden damals in der US-Presse wenig beachtet - besonders im Vergleich zu seiner weit verbreiteten Beschwerde, Disneyland nicht besuchen zu dürfen. Aber selbst wenn die Amerikaner Chruschtschows Äußerungen lasen, ist es wahrscheinlich, dass nur wenige von ihnen eine Ahnung hatten, wovon der sowjetische Premier eigentlich sprach.
Aber die sowjetische - und jetzt auch die russische - Erinnerung ist viel langlebiger. Die Wunden ausländischer Invasionen, von Napoleon bis zu den Nazis, waren 1959 noch frisch im russischen öffentlichen Bewusstsein - und auch heute noch in Russland - in einer Weise, die sich die meisten Amerikaner nicht vorstellen konnten. Unter anderem deshalb reagierten die Russen mit so viel Empörung auf die Erweiterung der NATO bis an ihre Grenzen in den 1990er Jahren, obwohl die USA bei den Verhandlungen über die Vereinigung Deutschlands versprochen haben, dies nicht zu tun.
Die von Chruschtschow erwähnte US-Invasion fand vor einem Jahrhundert statt, nach der Oktoberrevolution und während des darauf folgenden Bürgerkriegs zwischen bolschewistischen und antibolschewistischen Kräften, der Roten Armee gegen Weißrussen. Während die Deutschen und Österreicher Teile West- und Südrusslands besetzten, starteten die Alliierten 1918 eigene bewaffnete Interventionen im russischen Norden und Fernen Osten.
Die alliierten Nationen, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und die USA, zitierten verschiedene Rechtfertigungen für die Entsendung ihrer Truppen nach Russland: die "Rettung" der tschechischen Legion, die für den Kampf gegen die Mittelmächte rekrutiert worden war; den Schutz alliierter Militärlager, damit sie nicht in die Hände der Deutschen fallen würden; die Erhaltung der Kommunikation über die Transsibirische Eisenbahn; und möglicherweise die Wiedereröffnung einer Ostfront im Krieg. Aber das eigentliche Ziel - selten öffentlich zugegeben - war es, die Ereignisse vom Oktober umzukehren und eine "akzeptablere" russische Regierung zu installieren. Wie Winston Churchill später sagte, war das Ziel, "das bolschewistische Kind in seiner Wiege zu erwürgen".