Donnerstag, 12. November 2020

HAITI: Oppositionsbewegungen rufen zu landesweiten Demonstrationen auf

Wenn ihr unten die Quelle anklickt zum Original, dann könnt ihr am Ende dort ein sehr gutes kurzes Video über die wahnsinnigen Zerstörungen sehen, die ein Hurrikan vor 10 Jahren angerichtet hat. Es wurden Milliarden Dollar Spenden gesammelt, die sich KILLARY CLINTON unter den Nagel gerissen hat. Seit Jahr und Tag wird dieses arme (eigentlich reiche) Land vor allem von USRAELNATO schamlos terrorisiert.

teleSUR

12. November 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Protest gegen Korruption & Machtmissbrauch

 Haitis Oppositionsparteien und sozialen Bewegungen kühdigten anti-Regierungs-Mobilisierungen für den 17. und 18. November aus Anlass des 217. Jahrestages der Schlacht von Vertieres, in der Jean-Jacques Dessalines die französische Kolonialarmee vernichtend geschlagen hat.

­-­------------------------------

Dazugehörend:

Gang-Gewalt nimmt zu inmitten weit verbreiteter Unsicherheit

Die Oppositionsbewegungen haben die Bevölkerung aufgerufen, an den Demonstrationen teilzunehmen, um die Zunahme der Unsicherheit, Verbrechen, Korruption und Straflosigkeit im ganzen Land anzuklagen. Sie verlangen auch den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise noch vor dem Februar nächsten Jahres.

In Folge der Ankündigung von Präsident Moise im Oktober über die Abhaltung von legislativen und lokalen Wahlen in den kommenden Monaten, haben die Oppositionsgruppen gedroht, an den Wahlen nicht teilzunehmen.

Unterdessen hat Präsident Moise seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mit Oppositionellen zusammenzutreffen, um einen Konsens zur Lösung der politischen Krise des Landes zu finden.

 

 Image

In den vergangenen Monaten hat die soziale Unruhe die Zunahme an Entführungen, Morden und Aggression stark zugenommen, besonderss in der Hauptstadt Port-au-Prince und anderen Städten.

Die Opposition meldete besonders Kritik an verschiedenen kontroversiellen Maßnahmen an, die von Präsident Moise in den vergangenen Jahren gebilligt wurden, insbesondere das neue Strafgesetzbuch.

2015 wurde Moise als Präsidentenkandidat von der Haitian Tet Kale Partei (PHTK) aufgestellt, die von dem ehemaligen Päsidenen Michel Martelly gegründet wurde. Er war seit 2017 im Präsidenten-Palast.

Quelle - källa - source

Die US-Präsidentschaftswahl ist noch lange nicht entschieden

Die US-Präsidentschaftswahl ist noch lange nicht entschieden

Es sind nicht – wie die Bundesregierung in Berlin zu glauben scheint – die großen US-Medien und die Glückwünsche europäischer Regierungschefs, die darüber entscheiden, wer der nächste US-Präsident sein wird. Es zählen die abgegebenen Stimmen – und welche davon letztlich gültig sind.

von Rainer Rupp

12.11.2020

 
In den USA gibt es keine offizielle Institution, die kurz nach Schließung der Wahllokale, oder wenigstens einige Tag später, das Endergebnis bekannt gibt. Doch die US-Öffentlichkeit sowie Politiker und Finanz- und Wirtschaftsbosse rund um die Welt verlangen nach einem schnellen Ergebnis und wollen wissen, wer der US-Präsident für die nächsten vier Jahre sein wird. So ist es in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr den großen US-Medien zugefallen, den Gewinner zu präsentieren.

Den ersten großen Reinfall hatten die Medien bei den Präsidentschaftswahlen von 2000 zwischen Al Gore, dem Vizepräsidenten unter Bill Clinton, und George W. Bush, dem späteren Präsidenten im Weißen Haus. Die Wahlergebnisse im Bundesstaat Florida, der mit seinen 25 Wahlmännern damals das "Zünglein an der Waage" war, lagen für die Medien unerwartet nahe beieinander, sodass sie mit ihren ständig wechselnden und unterschiedlichen Siegerprognosen heillose Verwirrung stifteten.

Am Ende waren es 537 Stimmen, die die Präsidentschaftswahl entschieden. Am 26. November 2000, drei Wochen nach dem Wahltag, erklärte der Bundesstaat Florida Bush zum Sieger und damit zum Gewinner der 25 Wahlmännerstimmen, die ihm im Rennen um das US-Präsidentenamt den Sieg brachten. Dem vorangegangen waren drei Wochen erbitterter Streitigkeiten wegen Betrugs und Wählerunterdrückung, Forderungen nach Neuauszählungen und der Einreichung von Klagen.

Schließlich ordnete der Oberste Gerichtshof von Florida eine Neuauszählung aller Stimmen in allen 67 Counties (Bezirke) von Florida an, und zwar per Handauszählung, denn die Zählmaschinen hatten bei der ersten Auszählung unzulänglich gearbeitet und für Bush abgegebene Stimmen Gore zugeschlagen und umgekehrt. Bei der Handauszählung brach ein neuer, heftiger und nicht lösbarer Streit darüber aus, wie die verschiedenen Markierungen auf den Wahlzetteln zu bewerten waren. Schließlich rief Bush das Verfassungsgericht an. Dieses hat dann unter Zeitdruck einen Schlussstrich gezogen und ihn durch seine Entscheidung indirekt zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gemacht.

Ähnlich wie bei den Wahlen im Jahr 2000 mit der Hängepartie zwischen George W. Bush und Al Gore in Florida hatten die Hochrechnungen und Gewinneransagen der US-Medien bei der Wahl von 2016 noch viel weiter danebengelegen als im Jahr 2000, als relativ schnell und eindeutig klar wurde, dass Trump der neue Präsident sein würde und nicht Hillary Clinton.

Daher hätten seriöse Wahlforscher bei der diesjährigen Wahl am 3. November noch vorsichtiger sein müssen. Und unsere Politiker in Berlin hätten den Hochrechnungen der großen US-Medien noch weniger trauen dürfen als vor vier Jahren. Denn die voreiligen Glückwünsche des Bundespräsidenten, der Kanzlerin und des Außenministers an Biden sehen zunehmend danach aus, als könnten sie für die deutsche Außenpolitik zu einem Rohrkrepierer werden! Trump hat diese Wahl schließlich noch lange nicht verloren. Mit den inzwischen angelaufenen Klagen wegen Wahlfälschung und den sich häufenden Belegen, dass vieles nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, hat Trump wieder gute Chancen auf eine zweite Amtsperiode.

Die Tatsache, dass dieselben großen Medien, die seit vier Jahren unerbittlich einen der beiden Präsidentschaftskandidaten gejagt haben, unmittelbar nach der Wahlnacht und trotz erster ernst zu nehmender Widersprüche ihren Favoriten Biden zum Sieger erklärt haben, hat von Anfang an gestunken. Zumal die Auszählungsergebnisse noch vorläufig waren und nahe beieinander lagen. Außerdem war zu dieser Zeit mehr als offensichtlich geworden, dass Trump in den letzten vier Jahren landesweit sehr viel Popularität dazugewonnen hatte. Das hätte jeden in- und ausländischen Bobachter mit einem Minimum von Unvoreingenommenheit vorsichtig machen müssen, vorschnell einem Sieger zu gratulieren.

Stattdessen hat man sich in Berlin ungehemmt vom eigenen Wunschdenken einer Biden-Präsidentschaft leiten lassen und der vorschnellen Krönung des neuen US-Präsidenten durch die US-Mainstreammedien voll und ganz geglaubt. Vielmehr wäre Skepsis angesagt gewesen, vor allem weil Trump bei der Auszählung in den meisten sogenannten Swing States während des Tages weit vorn gelegen hatte und Biden erst über Nacht – nach Beginn der Auszählung der Briefwahlzettel – plötzlich mit bis zu 20 Prozentpunkten vorn lag. Dabei war es sicherlich auch für deutsche US-Experten, Polit-Berater und eitle Talkshow-Köpfe keine Neuigkeit, dass die US-Briefwahlmethode notorisch anfällig für Fälschungen ist.

Und dennoch haben Walter Steinmeier, Angela Merkel und Heiko Maas dem US-Demokraten überschwänglich gratuliert, während man für Trump, der das neoliberale Geschäftsmodell der deutschen Finanz- und Politeliten nachhaltig gestört hatte, nur noch Häme, Verachtung und Hass übrighatte. Aber was kommt auf Berlin zu, wenn Trump doch noch im Amt bleiben sollte?! Einiges spricht dafür, dass es genauso kommen könnte, denn einige der Klagen des Trump-Teams wegen Wahlmanipulation und Betrugs sind bereits angenommen und auf den juristischen Weg gebracht. Viele weitere werden folgen. Stoff gibt es genug, denn die Unstimmigkeiten sind sogar für einen Laien auffällig.

Interessanterweise haben sich die Klagen über starke Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Briefwahlzettel "zufällig" in den von demokratischen Gouverneuren regierten Swing States gehäuft, also in den Bundesstaaten, die bei der diesjährigen Wahl das "Zünglein an der Waage" spielen. Die Richtigkeit der Beschuldigungen wird Berichten zufolge von glaubwürdigen Augenzeugen bestätigt oder von Whistleblowern, die in eidesstattlichen Erklärungen berichten, wie sie von Vorgesetzten zur Fälschung von Wahlzetteln angewiesen worden seien.

Dabei muss man bedenken, dass es in den USA weder Personalausweise noch sowas wie ein Einwohnermeldeamt gibt. Um sich für die Wahl registrieren zu lassen, genügt in den meisten Bundesstaaten eine Sozialversicherungsnummer. Wenn man die nicht hat, was bei vielen US-Bürgern der Fall ist, genügt es oft, wenn man bei der Wahlregistrierungsbüro einen Briefumschlag vorlegt, den die Post bei der (angeblich) eigenen Adresse in jüngerer Zeit abgeliefert hatte. Manchmal müssen die Angaben von einem Zeugen, meist einem Nachbarn der Antragsstellers, per Bescheinigung bestätigt werden. Allerdings ist damit immer noch nicht belegt, ob der Antragsteller tatsächlich die Person ist, für die er sich ausgibt. 

Angeblich wurden laut dem Trump-Lager unter den Biden-Briefwählern besonders viele Namen und Adressen von längst Verstorbenen gefunden, die aus dem Jenseits von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben sollen. Ob dem wirklich so ist, muss noch aufgeklärt werden. Aber das Problem ist nicht neu und kommt daher, dass viele Verstorbene nicht aus den Wahllisten gelöscht werden. In der Regel sind es die Bestattungsunternehmen, die die Sterbeurkunden mit dem Zeitpunkt des Todes mit der Sozialversicherungsnummer der verstorbenen Person an die Sozialversicherungsbehörde melden, damit die Zahlungen eingestellt werden. Theoretische sollten dann auch die zuständigen Wahlbüros benachrichtigt werden. Dass das oftmals nicht geschieht, hat dazu geführt, dass nicht wenige Leute, die vor Jahrzehnten gestorben sind, immer auf den Wählerlisten stehen, was einer betrügerischen Wahlkampagne Tür und Tor öffnet.

Diese Schwachstellen sind seit langem bekannt, aber Abhilfe wurde nicht geschaffen, wahrscheinlich deshalb, weil die Briefwahl in der Vergangenheit nur eine marginale Rolle gespielt hat. Diesmal aber hatten wegen Corona viele Menschen Angst, ins Wahllokal zu gehen und die Briefwahl machte etwa die Hälfte der abgegebenen Stimmen aus. Dadurch nahmen die Möglichkeiten zu, mit Briefwahlbetrug das Wahlergebnis entscheidend zu fälschen.

Was die Zustellung von Briefwahlunterlagen betrifft, so muss in manchen Bundesstaaten neben dem Briefwähler auch noch ein Zeuge auf beigefügtem Formular bestätigen, dass der Wähler auch der ist, dessen Name auf dem Wahlzettel steht. Aber niemand im Wahlbüro kann auf Anhieb überprüfen, ob der Zeuge eine echte, tatsächlich lebende Person ist oder nicht. Im Grunde genommen können beide Unterschriften, sowohl die des Briefwählers als auch die des Zeugen, von einem Dritten gefälscht werden. Die Fälschungen sind noch einfacher in den Bundesstaaten, in denen nicht einmal ein Zeuge bei der Briefwahl verlangt wird.

Wie chaotisch die Situation ist, verdeutlicht eine Twitter-Meldung des in Washington wohnenden ARD-Korrespondenten Stefan Niemann, der in seinem Briefkasten nicht weniger als drei gültige Wahlzettel gefunden hatte. 

Der ARD-Korrespondent räumt ein, dass es "das von Trump beklagte Chaos bei Zustellung der Briefwahlunterlagen gibt. – Ich darf hier nicht wählen. An meine Washingtoner Adresse kamen aber 3 Wahlzettel: für die vor 5 Jahren verzogene Vormieterin, für die in Puerto Rico lebende Vermieterin und deren verstorbenen Mann."

Das von #Trump beklagte Chaos bei Zustellung #Briefwahlunterlagen gibt es. - Ich darf hier nicht wählen. An meine #Washingtoner Adresse kamen aber 3 #Wahlzettel: für vor 5 Jahren verzogene VORmieterin, in#PuertoRico lebende VERmieterin und deren verstorbenen Mann. #uswahl2020pic.twitter.com/qNnG7DMVRc

— Stefan Niemann (@SNiemannARD) October 10, 2020

Die auf Rechtsfragen spezialisierte US-Bürgerrechtsorganisation "Judicial Watch" hatte noch vor den Wahlen eineUntersuchung veröffentlicht, in der USA-weit die Listen der wahlberechtigten Bürger mit den Bevölkerungsstatistiken des United States Census Bureau (Statistisches Bundesamt der USA) verglichen wurden. Dabei ist eine riesige Diskrepanz ins Auge gesprungen.

Die Untersuchung ergab, dass in den Wählerlisten von 353 US-Counties (Wahlbezirken) von 29 US-Bundesstaaten 1,8 Millionen mehr (Geister-)Wähler registriert sind, als das Bundesamt für Statistik an wahlberechtigte Bürger im Wahlalter in diesen Bezirken angibt. Mit anderen Worten, die Namen auf den Wählerregistrierungslisten der Bezirke überstiegen 100 Prozent der tatsächlichen Wahlberechtigten. Aber die 1,8 Millionen Geisterwähler sind nur die Spitze des Eisberges, denn die Wahlbeteiligung der Wahlberechtigten liegt nie bei 100 Prozent, selbst in Deutschland nicht. Das lässt erahnen, wie groß und breit das Feld für Manipulation und Fälschungen beim US-Briefwahlsystem ist.

Bei der Vorstellung der Studie am 16. Oktober 2020 hatte Tom Fitton, der Vorsitzende von "Judicial Watch", vor potenziellem Wählerbetrug gewarnt, denn "schmutzige Wählerregistrierungslisten können auch schmutzige Wahlen bedeuten".

Allerdings sind es nicht die großen US-Medien und die Glückwünsche europäischer Präsidenten und Regierungschefs, die darüber entscheiden, wer der nächste US-Präsident sein wird. Die US-Verfassungsrechtlerin Jenna Ellis korrigierte die anscheinend auch in der deutschen Regierung weit verbreitete Meinung wie folgt: "Joe Biden ist nicht der gewählte Präsident, nur weil die Medien ihn dafür erklärt haben." Laut Ellis stellen die koordinierten Bemühungen der Medien den Versuch dar, an der Rechtsstaatlichkeit vorbei Joe Biden einfach zum Präsidenten zu erklären und den Druck auf Trump derart zu erhöhen, dass er sich freiwillig zurückzieht.

Tatsächlich wird es keinen offiziellen Gewinner geben, solange nicht alle Klagen überprüft und ihnen glaubhaft nachgegangen wurde und anschließend jede legale Stimme genau gezählt worden ist. Angesichts der Tatsache, dass Biden in Pennsylvania mit nur 20.000 Stimmen führt, kann das Ergebnis bei einer Neuauszählung ausschließlich legaler Stimmen leicht kippen und zugunsten Trumps ausgehen. In anderen "Zünglein an der Waage"-Staaten ist der Vorsprung Bidens noch kleiner. Da könnten die inzwischen nicht mehr bestrittenen Fehler einer Zählmaschine, die 6.000 für Trump abgegebe Stimmen seinem Konkurrenten Biden zugeschlagen hat, das bisherige Ergebnis auf den Kopf stellen.

Ganz am Schluss ist es die Legislative der einzelnen Bundesstaaten, die ihre Wahlmänner am 14. Dezember zum "Electoral College" schickt, wo sie den nächsten US-Präsidenten bestimmen werden. Sollten bis dahin rechtliche Streitigkeiten nicht beigelegt sein, wird das US-Verfassungsgericht in einer Eilentscheidung über die Rechtsstreitigkeiten urteilen und – wenn auch indirekt – darüber entscheiden, wer die nächsten vier Jahre US-Präsident sein wird.

Rückblickend auf den Wahlstreit von 2000 ist festzustellen, dass er tiefe Narben in beiden Parteien hinterlassen hat. Seit diesen Wahlen geht ein zunehmend tiefer Riss durch das US-Establishment. In den ersten Jahren der Regierung von George W. Bush verlief dieser Riss eher unterirdisch. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurde er jahrelang verdeckt von dem überschwellenden Nationalismus und der nach außen so gern zur Schau gestellten Einheit der Nation. Aber auch das war ein Fake.

Die Erinnerungen an die Wahl 2000 und die bitteren und oft gehässigen, gegenseitigen Vorwürfe des Betrugs saßen tief und haben die zunehmende Polarisierung in der US-amerikanischen Politik befördert, die man bereits vor der Wahl von Präsident Obama beobachten konnte. Wenn auch die feinen Umgangsformen erhalten geblieben waren, so sahen die Demokraten in Bush keinen vom Volk gewählten Präsidenten, sondern vielmehr jemanden, der sein Amt nur der republikanischen Mehrheit im Verfassungsgericht zu verdanken hatte.

Im Gegenzug sahen die Republikaner nicht nur in dem Verlierer Al Gore, sondern allgemein in den Demokraten miese Gestalten, die mitten im Spiel die Regeln ändern, nur um an der Macht zu bleiben. Die Parallelen zu heute sind unübersehbar, nur dass die Kluft, die heute nicht nur die Parteien teilt, sondern die ganze US-Gesellschaft, noch sehr viel tiefer geht und der gegenseitige Hass, die Wut und Verachtung unüberbrückbarer scheinen denn je. Das wird sich auch nicht ändern; egal, wer Präsident wird.

 

Quelle - källa - source

Mittwoch, 11. November 2020

Über Fallstricke im Freiheitskampf, »Black Lives Matter« und kulturelle Wurzeln der VR China

Dies ist ein sehr langer Artikel, in dem wichtige Fragen erörtert werden, nicht nur über den Kampf der Schwarzen sondern auch den Kampf der Chinesen gegen die US-Aggressionen sowie Mumias Kampf für seine Freiheit. Ich danke dir, Jeff.

Über Fallstricke im Freiheitskampf, »Black Lives Matter« und kulturelle Wurzeln der VR China. 

Ein Gespräch mit Mumia Abu-Jamal

Jeff Brown

Mumia Abu-Jamal

Comrade Mumia, wie haben Sie als Afroamerikaner, der in den USA aufgewachsen ist, politisches Bewusstsein entwickelt? Und was hat Sie inspiriert, den Kampf für soziale und ökonomische Veränderungen für die »99 Prozent« unserer Gesellschaft aufzunehmen?

Die 1960er Jahre waren eine Zeit unterschiedlichster Massenbewegungen. Es ging um den Kampf für nationale Befreiung, Freiheit und Selbstbestimmung gegen staatliche Unterdrückung und gegen imperialistische Kriege wie in ­Vietnam. Rückblickend war dies eine Zeit, in der viele soziale Bewegungen mit der Vision antraten, ein grundlegend anderes Land ohne Sklaverei und Unterdrückung zu schaffen. Der Kampfeswille einer ganzen Generation war durch diese zutiefst befreiende Vision entfacht worden. Zumindest schien es so.

Das System streckte all seine Fangarme aus, um die Menschen wieder auseinanderzureißen. Das geschah vor allem durch rassistische Spaltung und indem die verbindende Vision in den Schmutz gezogen und die Menschen voneinander entfremdet wurden. Der US-Film »The Big Chill« (dt. »Der große Frust«, 1983) über eine Studentengruppe der 1960er Jahre in Michigan war ein Beispiel dafür. Der ursprüngliche Idealismus der Gruppe erscheint schließlich als »Irrtum« von Menschen, die nur für einen kurzen Augenblick über die Mauern ihres inneren Gefängnisses auf die Freiheit geschaut haben, die zum Greifen nahe Freiheit. Der Black Panther Fred Hampton aus Chicago wurde 1969 vom Staat in seinem Bett erschossen, weil er nicht nur eine Vision von einer anderen Zukunft hatte, sondern auch konsequent handelte, um sie Wirklichkeit werden zu lassen. Er wurde zur Abschreckung getötet, um den visionären Blick seiner Generation zu trüben.

Bewegungen werden von Kollektiven geschaffen, die von der Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung erfüllt sind. Oder wie die US-Anthropologin Margaret Mead sagte: »Zweifeln Sie nie daran, dass eine kleine Gruppe von nachdenklichen, engagierten Bürgern die Welt verändern kann.« Für mich persönlich war es wirklich bedeutsam, in dieser wunderbaren Zeit aufzuwachsen.

In diesen Tagen ist die »Black Lives Matter«-Bewegung, BLM, weltweit in den Mainstreammedien präsent, und sie erhält breite öffentliche Unterstützung. Aber nicht alles passt ins rosige Bild der Revolution. Die Ford Foundation, eine der mächtigsten privaten Stiftungen der Welt, und mit ihr verbundene Nichtregierungsorganisationen haben diese Bewegung nach ihrer Gründung im Verlauf von sechs Jahren mit hundert Millionen US-Dollar finanziell unterstützt.

Erst kürzlich soll auch die Gruppe der Open Society Foundations des Milliardärs George Soros 220 Millionen in Gruppierungen gepumpt haben, die für Gerechtigkeit und Antifaschismus eintreten. Die Ford Foundation und sich als liberal verstehende Philanthropen auftretenden Stiftungen sind nicht selten Frontorganisationen der CIA und des »tiefen Staates«, die sich hinter einem liberalen Image verbergen. Dies deutet stark darauf hin, dass BLM und Antifagruppen unterwandert werden, um sie als »gelenkte Opposition« den Ambitionen unserer Oligarchie – des »einen Prozents« – dienbar zu machen. Die Bewegung »Occupy Wall Street« wäre ein weiteres Paradebeispiel dafür. Wenn Sie an der Spitze der BLM-Bewegung stünden, was würden Sie tun? Ich habe gelesen, dass auch die Black Panther Party, BPP, mit solchen Problemen zu kämpfen hatte. Was können Sie antiimperialistischen und antikapitalistischen Menschen empfehlen, die ihre Bewegung aufbauen und voranbringen wollen, ohne ebenfalls zu einer Gruppierung der »gelenkten Opposition« zu werden?

Dazu fällt mir ein Buch ein, dass ich vor ein paar Jahren las, Titel: »The Revolution Will Not Be Funded«. Es schildert, wie die Rechte ihr Kapital nutzte, um Denkfabriken zu gründen, die das kapitalistische System intellektuell unterstützen. Die Linke verfügt über keinerlei Reichtum, um dem auf ideologischer Ebene etwas entgegenzusetzen. Ihre finanziellen Mittel nutzt sie zur Wahrnehmung sozialer Aufgaben. Die Essays des Bandes geben Aktivistinnen und Aktivisten der Linken Fakten an die Hand, die ihnen helfen sollen, sich nicht im Finanzgeflecht der Reichen zu verfangen. Es sollte uns nicht wirklich überraschen, dass das System alles dafür tut, seinen Bestand auf ewig zu sichern.

Die BLM-Bewegung ist nicht mit der BPP zu vergleichen – höchstens in den Vorstellungen des reaktionären Trump-Beraters Rudolph Giuliani. Die BPP war wirtschaftlich unabhängig, weil sie sich über den Verkauf ihrer Zeitung The Black Panther finanzierte. Wenn sich in Armut lebende Schwarze organisieren, dann versucht die wohlhabende weiße Elite natürlich, das zu kontrollieren. Wenn das nicht funktioniert, dann lassen sie ihre Killer von der Leine, um solche Bewegungen auszulöschen, wie man an den grausamen Attacken gegen die BPP und die Move-Organisation sehen konnte. Und sie hetzen ihre Konzernmedien auf die Kräfte, die gegen Ausbeutung und Unterdrückung Widerstand leisten, und lassen sie öffentlich verteufeln.

Ich möchte daran erinnern, dass die Macher der Amerikanischen Revolution (1765–1783, jW) ausnahmslos Reiche waren, die dafür kämpften, ein System der Sklaverei und Zwangsarbeit aufrechtzuerhalten. Der erste Präsident der USA, George Washington, war einer der reichsten Männer in den nordamerikanischen Kolonien, der Hunderte von Sklaven und ungeheuer große Ländereien besaß. Auch Thomas Jefferson, der dritte US-Präsident, nannte Hunderte schwarze Sklaven sein eigen. Er war aber wenigstens so anständig einzugestehen – wie er in einem Brief an Jean Nicolas Démeunier, einen französischen Politiker und Unterstützer der Französischen Revolution schrieb –, dass der Mensch »eine wundersame, unbegreifliche Maschine« sei. Er sei bereit, »Mühsal, Hungersnot, Peitschenhiebe, Gefangenschaft und sogar den Tod zu ertragen, wenn es um die Verteidigung seiner eigenen Freiheit« gehe, bürde jedoch »schon im nächsten Moment seinen Mitmenschen eine Sklaverei auf, die allein in einer Stunde mehr Elend erzeugt, als er selbst in jenen Zeiten durchleben musste, gegen die er sich in Rebellion erhob«.

Um ihren Fortbestand zu sichern, bestechen Unterdrückungssysteme Menschen. Ein altes Sprichwort besagt: »Wer die Münze des Königs nimmt, tanzt nach dessen Pfeife.« Was ich tun würde, wenn ich bei BLM was zu sagen hätte? Ich würde ein intensives Studium der Geschichte einführen, um zu zeigen, wie staatliche Systeme versuchen, Volksbewegungen nach ihren Vorstellungen zu definieren. Ich würde dafür sorgen, dass die BLM-Bewegung durch eine unabhängige Ökonomie den Aufbau ihrer organisatorischen Strukturen selbst finanziert. Außerdem würde ich alle Mitglieder darin schulen, die Methoden des FBI-Gegenspionageprogramms »Cointelpro« zu durchschauen, mit dem seit den 1970er Jahren gesellschaftsverändernde Bewegungen destabilisiert wurden. Das wäre alles. Im übrigen besteht BLM aus klugen, gut informierten jungen Leuten, die vielleicht gar nicht wollen, dass ein alter Kämpfer wie ich ihnen Ratschläge erteilt. Jugendbewegungen müssen Bewegungen der Jugend sein, das ist ihr Wesen, und dazu sind sie da.

In den 1960er Jahren hat das südafrikanische Apartheidregime die Führung des African National Congress, ANC, verhaftet, darunter Nelson Mandela. Nur internationaler Druck verhinderte die Verhängung der Todesstrafe. Der Zusammenbruch des Apartheidsystems brachte den Freiheitskämpfern die Freiheit. Die BPP wurde 1966 in Kalifornien gegründet, Move 1972 in Ihrer Heimatstadt Philadelphia. Die US-Bundespolizei FBI und Geheimdienste führten einen Vernichtungskrieg gegen diese Organisationen. Viele Panther wurden verhaftet und sitzen bis heute. Die Überlebenden der »Move 9« kamen erst nach 40 Jahren frei. Sie selbst wurden 1981 verhaftet und zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde erst 2011 in lebenslange Haft umgewandelt, und bis heute kämpfen Sie um Ihre Freiheit. Ist der Kampf des ANC und des politischen Gefangenen Mandela mit dem der Gefangenen aus der BPP, Move und mit Ihren eigenen Bemühungen, Ihre Freiheit zu erlangen, zu vergleichen?

Historische Ereignisse können sich ähneln, sind aber niemals exakt gleich. Die weltweiten Kämpfe von Schwarzen unterscheiden sich. Da wäre zum einen der Kampf für die sogenannten Bürgerrechte der schwarzen Minderheit in den USA. Der ANC hingegen kämpfte für die Rechte der schwarzen Mehrheit in Südafrika. Afroamerikanische Bewegungen treten in der Regel für ihre Rechte innerhalb des US-Imperiums ein, selten für das Recht auf einen souveränen Nationalstaat, wie zum Beispiel die Strömung für die »Republik of New Africa« in den Südstaaten der USA oder die ursprüngliche »Nation of Islam«. Diese Bewegungen kämpften für die Würde und Selbstbestimmung der Schwarzen gegen die rassistische weiße Staatsmacht. Ein weiterer erheblicher Unterschied ist, dass der ANC vor der Übernahme der Staatsmacht einige seiner Schlüsselpositionen aufgeben musste, wie es oft der Fall ist, wenn zwei Parteien eines Konflikts anfangen zu verhandeln und Kompromisse finden müssen.

Anfang August wurde in Chicagos South-Side-Stadtteil Englewood Latrell Allen, ein junger Einwohner, von Polizisten durch Schüsse schwer verletzt. Wie Medien berichteten, versammelten sich vor der örtlichen Polizeiwache BLM-Mitglieder zum Protest, denen sich einige schwarze Einwohner Englewoods entgegenstellten, darunter auch ältere Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung. Sie forderten die Protestierenden auf: »Wenn ihr nicht aus Englewood seid, dann haut verdammt noch mal ab!« Es sei fast zu einer Schlägerei gekommen. »Unsere schwarzen Jungs hier im Viertel«, so die Vorwürfe an BLM, würden später »von der Polizei verprügelt« und müssten das ausbaden, wenn BLM wieder »nach Hause gegangen« sei. Das stimmte zwar nicht, weil auch Bewohner des Stadtteils und BLM-Aktivisten aus Chicago am Protest teilnahmen, aber was sagen Sie dazu, Mumia?

Die Auseinandersetzungen in Chicago sind betrüblich, weil sie nicht nur den Tiefstand des Bewusstseins unter Schwarzen in Chicago widerspiegeln, sondern vor allem den hohen Grad der Repression, die dort herrscht. Die alten Aktivisten dort in Englewood werfen BLM ja im wesentlichen vor, den Stadtteil dadurch in Schwierigkeiten zu bringen, dass sie die Wahrheit sagen. Das alles hätte auch in früheren Zeiten eine Auseinandersetzung unter schwarzen Plantagensklaven sein können, wenn jemand wie die Sklavenbefreierin Harriet Tubman oder der weiße Abolitionist John Brown zu ihnen gekommen wären, um das Leid der Sklaven zu wenden und ihre Befreiung zu unterstützen. Was in Englewood passiert ist, spricht nicht gegen BLM, sondern es zeigt deutlich, wie unterdrückt Menschen sind, die in der »Freiheit« der Schwarzenghettos der USA leben. Das ist wirklich schlimm, sagt aber alles.

Wenn mich jemand fragen würde, welche drei Bücher von denen, die ich selbst verfasst habe, mir die wichtigsten sind, dann fiele mir die Antwort nicht schwer, weil ich nur vier veröffentlicht habe. Sie hingegen haben zehn Bücher herausgebracht. Darüber könnten Sie nun etwas erzählen, damit auch unseren Freundinnen und Freunde in China mehr über Sie und Ihre Mission erfahren. Was sind also Ihre drei wichtigsten Bücher, und warum sollten wir sie lesen?

Zu dieser Frage fällt mir ein Gespräch ein, das ich vor Jahren mit meinem Biographen, dem Science-Fiction-Autor Terry Bisson, führte. Er sagte, das sei so, als würde man einen Vater fragen, welches seiner Kinder er am liebsten habe. Es ist unmöglich, sich da festzulegen. Ich mag alle Bücher, die ich je verfasst habe, weil jedes für die Zeit spricht, in der es geschrieben wurde. Im übrigen müssen die Leserinnen und Leser entscheiden, was sie gut und nützlich finden.

Ich habe insgesamt sechzehn Jahre in China gelebt und gearbeitet und möchte Ihnen am Ende unseres Gedankenaustauschs Gelegenheit geben, mich etwas über diese erstaunliche Nation, ihre Bevölkerung, die fünftausendjährige Geschichte ihrer Zivilisation und die kommunistisch-sozialistische Revolution zu fragen.

Sechzehn Jahre sind eine beachtliche Zeitspanne für das Leben in einem anderen Land. Meine Frage bezieht sich auf die von Ihnen erwähnte fünftausendjährige chinesische Zivilisation. Was von dieser Geschichte hat die 1929 beginnende Revolution überlebt?

Eine wirklich exzellente Frage. Mao Zedong hat hart daran gearbeitet, ein »neues China« zu schaffen, das von der Kraft des Volkes, von den »neuen Chinesen« angetrieben wird, und nicht mehr von den alten Führern, die das Land von 1839 bis 1949 – Chinas »Jahrhundert der Erniedrigung« – von westlichen und japanischen Imperialisten schänden, ausplündern und mit illegalen Drogen zersetzen ließen. Was sich niemand vorstellen konnte, nämlich beides zu erschaffen, also das neue China und den neuen Menschen, ist unter Maos Führung sicherlich gelungen. China wäre sonst völlig dem westlichen Oligarchiekapitalismus unterworfen und längst eine kontaminierte, balkanisierte Rohstoffhure des Kapitals wie Indonesien. Oder ein militärisch besetzter Drogenstaat wie Kolumbien. Die Hälfte der Chinesen findet Gefallen an Deng Xiaopings marktorientierten Reformen. Vor allem die Städter, die Landbevölkerung weniger. Aber 95 Prozent stimmen mit Maos geopolitischer Weltsicht überein, dass globaler Kapitalismus, Imperialismus und Kolonialismus die Feinde Chinas und seines kommunistisch-sozialistischen Weges sind.

Die Chinesen gehören zu den bewusstesten und klügsten Menschen, was das Wissen über Geschichte und aktuelle politische Vorgänge betrifft. Mao konnte fünf Jahrtausende der Zivilisation nicht ungeschehen machen. Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus sind sehr mächtige und einflussreiche Leitlinien für Mentalität, Spiritualität und das Alltagsverhalten der Menschen und blieben es über 1949 hinaus, auch wenn seitdem die Revolution im Fokus stand. Maos »kleines rotes Buch« gehört zu den meistverkauften Druckwerken der Geschichte, das chinesische Volk liebt aber nach wie vor seine Klassiker der Literatur, Poesie, Malerei, Kalligrafie, Bildhauerkunst, Akrobatik, Oper, Musik, des Tanzes und Varietés.

Seit Xi Jinping 2012 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und im Jahr darauf Staatspräsident der Volksrepublik wurde, schützen Regierung und die KPCh als Avantgardepartei auch diesen enormen kulturellen und historischen Fundus zum Wohle des Volkes vor der westlichen Sabotage, die auf den höchst erfolgreichen Sozialismus chinesischer Prägung und die kommunistische Lebensweise zielt. Auf diese Weise soll es der Nation ermöglicht werden, im eigenen Interesse und nicht im Interesse Ihres angloamerikanischen Landes zu gedeihen, sich zu entwickeln und voranzuschreiten.

Damit schließt sich der Kreis zur Black Panther Party, die auch als Avantgardepartei gegründet wurde, um das Volk zu schützen und zu befähigen, für sich selbst zu sorgen und Wohlstand zu schaffen, während sie gleichzeitig auf globale und nationale kulturelle und historische Reserven der Schwarzen zurückgreift, um den Geist der Solidarität am Leben zu halten.

Übersetzung: Jürgen Heiser

Mumia Abu-Jamal…

…Jahrgang 1954, wurde als Jugendlicher Pressesprecher der Black Panther Party in Philadelphia und arbeitete bis zu seiner Verhaftung am 9. Dezember 1981 als Radiojournalist. Selbst Opfer rassistischer Polizeigewalt, wurde er 1982 wegen angeblichen Polizistenmordes zum Tode verurteilt. Das laut einem US-Bundesgericht »verfassungswidrige« Todesurteil wurde 2011 in lebenslange Haft umgewandelt.

Jeff J. Brown, 1954 in den USA geboren, studierte an der Oklahoma State University und der Purdue University (Indiana), lernte Portugiesisch, Arabisch, Französisch und Mandarin, bereiste Lateinamerika, Afrika, den Nahen Osten und Europa. Der Sinologe und Journalist lebte und arbeitete insgesamt sechzehn Jahre in der VR China, über die er Standardwerke schrieb. Als Weltbürger mit französischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft ist er Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) und der International Workers of the World (IWW).

Klaus Steiniger, 2016 verstorbener Internationalist und Herausgeber der Zeitschrift Rotfuchs, schrieb am 11. Mai 2015 in junge Welt: »Den erfolgreichen Ausgang der weltweiten Schlacht für Angela Davis vor Augen wissen wir, welche Kraft bereits entwickelt werden konnte, um einen unschuldigen Menschen dem Kerker zu entreißen. Auch unter ungünstigeren Bedingungen hat die internationale Solidarität Mumia bereits vor dem Henker gerettet. Jetzt geht es darum, ihn aus den Ketten seiner Peiniger zu erlösen und seine Freilassung zu erkämpfen: ›Retten wir Mumia Abu-Jamal!‹«

Mumias Prozessgeschichte, 20 Jahre jW-Kolumnen & seine Postadresse:

freedom-now.de/

http://www.freemumia.com/

 

 

Dienstag, 10. November 2020

Selbst die indische Diaspora kennt keine Linken nur Rechte

Einar Schlereth

10. November 2020

Indien ist begeistert über den indischen Ursprung von Kamala Haris, die zum Vizepräsidenten des US-Schurken-Staates gewählt wurde. Wie großartig – eine Frau, die niemand – nobody – in den USA gewählt hat, pardon außer Biden. Dieser Kriegsverbrecher und children-f...... an der Spitze eines Schurkenstaates. Es passt ja alles ausgezeichnet. Aber sie sollten sich nicht zu früh freuen, weil vielleicht der amtierende Boss es doch noch schafft, eine saubere Zählung zu absolvieren, obwohl die Yankees ja mit dem Zählen ihre Schwierigkeiten haben. Viele können nicht die angrenzenden Länder zählen.

Aber ich stieß auf einen Artikel von einem Dr. Faizi “Die Diaspora in der Politik: Die Welt bietet Indien eine Lektion an”. Die Lektion, die Faizi meint, ist, dass weder die Wahl von Kamala noch die Wahl eines indischen Ministers in Neu-Seeland ein Stirnrunzeln hervorgerufen hat. Dass aber etwa Sonja Gandhi, als sie sich 1999 zur Wahl aufstellen ließ, massiv als Ausländerin angegriffen wurde.

Dr. Faizi schreibt weierhin: “Die Welt ist offen und tolerant gegenüber indischen Immigranten gewesen, die in die Politik eingestiegen sind und Schlüsselpositionen einnahmen, sowohl in Entwicklungsländern als auch in entwickelten Ländern in beinahe allen Gegenden der Welt.”

Und weiter:

“Während die Länder der Welt offen und gastfreundlich gegenüber Indern sind, die dort landen, sei es als Zwangsarbeiter von einst oder als moderne Wirtschaftsmigranten, kommen die unserer Kultur innewohnenden Vorstellungen von Ausgrenzung und Ächtung zur Geltung, wenn es um Ausländer geht, die in unserem Land öffentliche Ämter bekleiden. Das Jahrtausende alte theologisch ordinierte Kastensystem, das einen großen Teil der Inder ausgrenzt, kann Menschen ausländischer Herkunft nicht ohne weiteres willkommen heißen, selbst wenn wir vom liberalen Geist fremder Gesellschaften profitieren. Die Erhebung von Personen indischer Herkunft in politische Positionen in fremden Ländern ist überraschend groß und liegt jenseits der Kasten- und Religionsbarrieren, die in Indien oft anzutreffen sind.”

Faizi zählt all die Länder auf, in denen Inder prominente Rollen spielen: Singapur, Malaysia (wo regelmäßig mehrere Inder Ministerposten innehaben), Fiji, Mauritius, Tansania, Südafrika (wo auch oft mehrere Inder Ministerposten inne-haben), genau wie in England, Costa Rica und er zitiert den kanadischen Präsidenten Trudeau, der sagte, dass er mehr Sikhs im Kabinett habe als Modi. Und die Beispiele nehmen kein Ende.

 

Abschließend schreibt Faizi:

“Dies ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte der indischen Diaspora, die durch harte Arbeit und Hingabe erreicht wurde. Und es geschieht auch deshalb, weil die Welt im Großen und Ganzen offen und tolerant ist, im Gegensatz zu dem, was von einigen politischen Kräften in die indische Psyche eingespeist wird. Interessanterweise sind die Autoren dieser Errungenschaften repräsentativ für das zusammengesetzte Indien, den Regenbogen verschiedener Sprachen, ethnischer Gruppen und Religionen, und nicht wie die Herrschaft einiger weniger privilegierter gesellschaftlicher Gruppen. Die Diaspora, die Nutznießer der Aufnahmegesellschaften, die Vielfalt und Toleranz schätzen, sollten energisch versuchen, zu den Bemühungen beizutragen, auch Indien in eine solche Gesellschaft zu verwandeln, die Vielfalt und Toleranz wirklich schätzt, besonders in diesen schwierigen Zeiten für das Land. Damit nicht ihre eigene Zukunft im Ausland auf dem Spiel steht, da die Diskriminierung und die Gräueltaten in Indien weltweit an Aufmerksamkeit gewinnen.”

Ja, so muss ein Inellektueller in Indien schreiben, um nicht gleich im Knast zu landen oder mindestens den Posten zu verlieren. Sehr, sehr vorsichtig und abwiegelnd, wie etwa “Kasten- und Religionsbarrieren sind in Indien oft anzutreffen”. Es muss natürlich heißen “durch die Bank anzutreffen”. Erst vor ein paar Tagen las ich, ebenfalls von einem Inde, dass in Indien die 600 Millionen Bauern- und Landarbeier, Dalits, die Indigenen und Unberührbaren so gut wie vollständig von allen höheren Rängen ausgeschlossen sind, weil das System der Kasten es nicht erlaubt.

Faizi hat allerdings in einem früheren Artikel darauf hingewiesen, dass es in der Diaspora so gut wie keine linken Vertreter gäbe. Und er hat auch Kamala als eine äußerst rechte Vertreterin der Diaspora bezeichnet. Als ich mit meiner Familie zwei Jahre in Tansania verbrachte, haben wir unter Indern nur einen alten Mann getroffen, der allein in einer kleinen Hütte wohnte und mit seinen schwarzen Nachbarn als Mensch unter Menschen lebte.

Während alle anderen, die wir trafen, auch wenn sie nur kleine Kramläden hatten, sich als Halbgötter aufführten und Schwarze quasi als Sklaven betrachteten. Ich erinnere mich an eine Episode, bei der mir wirklich die Spucke wegblieb. Ich hatte in einem kleinen Laden etwas gekauft und der dicke, kohlschwarze Händler hielt mit mir noch einen Plausch und natürlich auf die faulen, schwarzen Arbeiter zu sprechen kam, die man immer antreiben muss und die “WIR WEIßEN NIEMALS VERSTEHEN WÜRDEN”, wobei er mir noch den Arm um die Schulter legte.

Obwohl das Kastensystem in Tansania oder Uganda oder sonstwo außerhalb Indiens keine offizielle Geltung hat, schleppen sie das wohl insgeheim immer mit sich rum. Kein Wunder, dass Idi Amin sie aus dem Land rausjagte.

Mir ist es ein Rätsel, wie man solch ein Land, ob mit oder ohne Nehru, Indira und Gandhi jemals als Demokratie bezeichnen konnte. Und wie “demokratisch” es heute ist, hat Modi ja mit aller Deutlichkeit gezeigt, als er sich persönlich Kaschmir einverleibt hat und ein Terrorregime einführte, das jeder Vorstellung spottet. Die gesame “zivilisierte” Welt hat geschwiegen und schweigt immer noch. Aber in der Krim, wo die Leute freiwillig und jubelnd in ihre alte Heimat (die ihnen ja von Chruschtschow im Suff gestohlen wurde) zurückkehrten und als Brüder und Schwestern aufgenommen wurden, da wird von Besatzung und Terror gefaselt.

Selbst für den failed state USA sehe ich ab und zu einen ganz, ganz kleinen Hoffnungsschimmer, aber wenn ich Indien mir anschaue, dann sehe ich nicht die allergeringste Hoffnung. Nur eine gewaltige Explosion des Volkszornes könnte etwas bewirken, aber die würde und müsste alles in den Schatten stellen, was es an Revolutionen bislang gegeben hat.


Samstag, 7. November 2020

JAN MYRDAL ist tot

Natürlich hätte ich auch einen Nachruf schreiben können, da ich Jan seit mindestens 50 Jahren kannte, 6 seiner Bücher übersetzt habe plus zahlreiche seiner Artikel. Allein auf diesem Blog gibt es 14 Artikel von ihm. Aber da hätte ich auch über Differenzen schreiben müssen, die meist von dritter Seite verursacht wurden, aber das wollte ich nicht, da ich Persönliches um der Sache willen immer zurückstellte und weiterhin Jans Arbeiten übersetzte, meistens kostenlos, da es fast unmöglich war, Jan bei größeren deutschen Verlagen unterzubringen. Denn in politischen Fragen stimmten wir so gut wie immer überein. Und das gilt auch für diese Übersetzung aus dem Schwedischen, die Jan gerecht wird. Alles, was ich in deutschen Blättern las, war mit reichlich Lügen gespickt, die ich immer schon scharf zurückgewiesen hatte. Und nun hat Cecilia Cervin das Wort, die lange Zeit Vorsitzende der Jan Myrdal-Gesellschaft war.


JAN MYRDAL IST TOT

Cecilia Cervin

Oktober 2020

Foto: Olle Asp

So brutal soll es gesagt werden. Verschönende Umschreibungen wie ‘Er ging fort’, ‘Er hat uns verlassen’, ‘Von hinnen geschieden’ etc. waren ihm verhasst. Und über die Macht des Wortes hat er geschrieben.

Wenige Menschen dürften so bewusst ihrer eigenen Sterblichkeit gewesen sein wie Jan Myrdal. Diese Einsicht lähmte ihn nicht, sondern verstärkte seinen enormen Arbeitseifer. Seit er im Ernst in früher Jugend zu schreiben begann, war er sich seiner Aufgabe bewusst: Er würde schreiben. Er war nicht auf literarischen Ruhm aus. Er wollte um politischer Wirkung willen schreiben, für eine bessere Gesellschaft, eine bessere Welt. Und er wusste, dass seine Zeit kurz war – nur ein schnell verschwindendes Menschenleben. Wie sollte das ausreichen für alles, was er sagen musste?

Das Bewusstsein von der Kürze der Zeit war ihm immer gegenwärtig und spornte ihn an, zu lesen, zu sprechen und zu schreiben. Dadurch hinterließ er ein ausnehmend umfassendes Werk, eine der großen literarischen Verfasserschaft Schwedens, groß nicht nur dem Umfang nach, sondern vor allem der Qualität wegen.

Sein Werk umfasst die meisten Formen und Bereiche, mit Ausnahme möglicherweise der Lyrik. Er hat selbst neue Gattungen geschaffen und vorhandene erneuert.

Verfasser wollte er sich nicht nennen, sondern zog die Bezeichnung Schriftsteller vor in Anschluss an die große gesellschaftskritische Tradition. Die nannte er gerne die refraktäre, die radikal widerspenstige, unbeeinflussbare. Als Schriftsteller mit der übergreiifenden politischen Botschaft konnte frei seine Ausdrucksmittel wählen: Romane, Autobiografie, Radiospiele, Reiseschilderungen. Seine ‘Schriftstellungen’ veröffentlichte er u. a. in Folket i Bild, in den großen Tageszeitungen oder auch, wo es gerade passend war; sie wurden in ca. 20 Bänden zusammengefasst, eine selbstverständliche Lektüre für den, der seinen rein politischen Stellungsnahmen folgen möchte.

Das Politische, selten das Parteipolitische, war sein eigentliches Gebiet, immer mit seinem enormen Können und historischem Bewusstsein als Voraussetzung und Gabe für den Leser. Seine Bücher über Reisen und langen Besuche in anderen Kulturen – Afghanistan, China, Indien, Kambodscha, Mexikoc – sind bei weitem keine traditionellen Reiseschilderungen. Sie handeln nicht von subjektiven, privaten Erlebnissen, sondern von der politischen und ökonomischen Geschichte dieser Länder, gespiegelt in der Jetztzeit des Verfassers. Mit beißender Kritik zeigt er, wie die Machthaber überall, in allen Zeiten, die Schwachen und Machtlosen ausgenutzt haben. Seine Art, die großen Monumente zu deuten, gibt selbst dem politisch Unkundigen neue wichtige Einsichten. Und er hat auch, indem er zeigte, wie die Unterdrückten sich erhoben und immer weiter kämpfen, Möglichkeiten für eine bessere Welt aufgezeigt.

Viele wurden von der langen Reihe Bücher, die er selbst die “Ichbücher” nannte, gefangen genommen. Selbstbiografien sind sie genannt worden und liest man sie aus diesem Winkel, geben sie Anlass für viele Debatten über die Bedingungen des Genres. Aber seine Bücher lassen sich nicht in solch einengende Etikette pressen! Sie können ein Bewusstsein beschreiben, ein Menschenleben, aber auch viel mehr an aufopfernden Stellungsnahmen.

Den Vorsätzen seiner Jugend über Arbeit und Politik verblieb er treu. Bis zuletzt, als die rein physischen Kräfte nachließen, setzte er seine Arbeit fort. Das abschließende große Werk mit Rückblick auf sein Leben, Liebe und Werk kam spät – erst 2019 heraus und er konnte aktiv an seiner Lancierung mitwirken. Der Titel “Ein zweiter Aufschub” reflektiert seine Auffassung von der menschlichen Zeit als kurzen Aufenthalt zwischen Geburt und Tod. Als seine Zeit nochmal, nach mehreren früheren Vorboten, am Ende zu sein schien, bekam er noch einen Aufschub – um ihn mit Arbeit zu füllen.

Das Werk, die Botschaft war für Jan Myrdal wichtiger als die Person. Sicher schrieb er über sich selbst und sicher kann der Leser seinem Leben unter privaten, literarischen und persönlichen Aspekten folgen. Er konnte viel Persönliches, sogar Privates schreiben. Aber das Wichtigste für ihn waren immer die politischen Lehren, die er dem Leser vermitteln wollte.

Neue Einsichten, politisches Bewusstsein hat er auch denen gegeben, die nicht in der Lage waren, alles zu lesen, was er geschrieben hat. Mit seiner Person und seinem Vorbild hat er, seit er erstmals wirklich im Zusammenhang mit der Vietnam-Bewegung in den Massenmedien sichtbar wurde, ein ganzes Gesellschaftsklima beeinflusst. Als politische Person hat er unendlich viel bedeutet, ständig in Frage gestellt wegen sowohl seiner wirklichen Aussagen und solcher, die ihm oder seinen Gegnern nur untergeschoben wurden. Oft hat die Geschichte ihm Recht gegeben. Seine einst kontroversiellen Standpunkte sind mitunter in der öffentlichen Debatte Selbstverständlichkeiten geworden. Anderes musste, wie er selbst zu sagen pflegte, in seinem Zusammenhang, im Licht damals bekannter Fakten gesehen werden.

Große Menschen passen schlecht in kleine Zusammenhänge. Als Kind spielte Jan Myrdal eigener Aussagen zufolge nach seinen eigenen Regeln. Seine Kritiker haben gesagt, dass das Gleiche für ihn auch in Gesellschaftsdebatten gilt. Er folgte nicht den Regeln, sein Spiel war sein eigenes.

Soweit konnte er zustimmen. So war seine Rolle. Anpassung an Normen, die er nicht gutheißen konnte, waren ihm fremd. Er war und blieb ein Refraktär, widerspenstig, nicht anpassbar. Er war derjenige, der immer die allgemeine Meinung in Frage stellte, besonders, wenn alle “Rechtschaffenen” in dieselbe Richtung gingen.

So hat er persönlich das öffentliche Gespräch beeinflusst und dadurch weit mehr als nur seine treuen Leser erreicht.

Die Person Jan Myrdal ist tot. Ihm Frieden seinem Andenken zu wünschen, wäre ein Ausdruck bürgerlicher Sentimentalitär, die er verabscheute.

Stattdessen also:


Lest sein Werk, besucht und benutzt seine Bibliothek und vor allem: setzt den Kampf in seinem Geist fort!


Quelle – källa –source


Freitag, 6. November 2020

Arundhati Roy - Die Welt neu erfinden

Ich schätze Arundhati Roy sehr, vor allem ihre dichterischen Fähigkeiten. Doch leider überträgt sie ihre Dichtung auch gerne in die Welt der Fakten. So kann sie sich zum Beispiel nicht von der Mär der “Lebendigkeit des pluralistischen, säkularen und demokratischen Indiens” trennen. Sie meint damit das Indien von Nehru. Wer dessen Geschichte liest, wird vergeblich nach dem Bild suchen.


Arundhati Roy - Die Welt neu erfinden

Mucheli Rishvanth Reddy

2. November 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Was liegt vor uns?

Die Welt neu erfinden. Nur das.

Mit diesen obigen Zeilen beendete Arundhati Roy ihre Einführung, und sie spiegeln wider, was Roy in dem Buch 'Azadi: Azadi: Freiheit. Faschismus. Fiktion'. In den neun Essays dieses Buches, von denen die meisten zwischen 2018 und 2020 bereits veröffentlicht oder als Vorträge gehalten wurden, untersucht Roy die wichtigen Ereignisse dieser Zeit in Indien, die ihren Höhepunkt in dem, wie Roy es nennt, "The Rise and Rise of Hindu Nation" finden, dessen Einflüsse "sich wie eine Epidemie ausbreiten und in der populären Vorstellung wie eine hirntötende Bösartigkeit aufblühen". Sie fängt diese komplexe Bösartigkeit und die Schwierigkeiten, die sie der Sprache bereitet, ein, um sie in ihrer Gesamtheit zu erforschen.

Roy schrieb anschaulich über die Ereignisse in Indien, die verheerende Auswirkungen auf bestimmte Teile der Bevölkerung haben, insbesondere auf Muslime, Dalits, Studentenaktivisten und Intellektuelle, die sich gegen die Machthaber aussprechen; wie etwa die Unruhen in Delhi, deren wirkliche Täter, obwohl sie auf der Kamera bei aufrührerischen Reden festgehalten wurden, nicht einmal in der FIR aufgelistet wurden und auch nie werden, über Verhaftungen von Intellektuellen und Aktivisten, Stimmen der Armen und Marginalisierten sind, wie Sudha Bharadwaj, Arun Ferreria, Veron Gonsalves, Varavara Rao, Gautam Navlakha und viele andere im Zusammenhang mit der Verschwörung zur Gewalt in Bhima-Koregaon und weiteren Verschwörungen zur Ermordung des Premierministers, über die Aufhebung von Artikel 370 und 35A, der vollständigen Abriegelung des Kaschmirtals und der darauf folgenden Brutalität der Streitkräfte gegen ihre eigenen Bürger, Assams NRC und geplante landesweite CAA und NPR, Verhaftungen von Menschen unter dem drakonischen Gesetz zur Verhinderung ungesetzlicher Aktivitäten und Untätigkeit des Staates gegenüber anarchischen Parolen von Mitgliedern der Regierungspartei, einige von ihnen in zentralen Ministerien wie 'Mussalman ka ek ki sthan, Kabristan ya Pakistan! - Ein einziger Ort für den Moslem, der Friedhof oder Pakistan. Sie befasst sich auch mit den Auswirkungen der Dämonisierung und der GST, die verheerende Auswirkungen auf die kleinen und mittleren Industrien hatten und den Großkapitalisten zugute kamen.

Laut Roy werden alle oben genannten und viele weitere Themen von der Regierungspartei genutzt, um Angst zu schüren und die Macht zu gewinnen. Sie schreibt: "Um ihre politischen Errungenschaften zu konsolidieren, besteht die Hauptstrategie der RSS und der BJP darin, ein lang anhaltendes Chaos im industriellen Maßstab zu erzeugen. Sie haben ihre Küche mit siedenden Kochkesseln ausgestattet, die bei Bedarf schnell zum Kochen gebracht werden können". 

Roy schreibt nicht nur über die Sprache der Politik, sondern denkt auch über die Politik der Sprache nach. Im ersten Essay dieser Sammlung mit dem Titel "In welcher Sprache fällt Regen über gequälten Städten" schrieb sie über ihr Aufwachsen in verschiedenen Regionen Indiens und ihr Aufwachsen mit verschiedenen Sprachen. Mit diesem Bewusstsein für die Schönheit und die Grenzen verschiedener Sprachen nutzt Roy die Bedrohungen, die von den Hindutva-Kräften ausgehen, indem sie ganz Indien, einer Nation der "vielfachen Meutereien", einer Bezeichnung, die von VS Naipaul zur Beschreibung des vielfältigen Subkontinents verwendet wird, eine einzige Sprache aufzwingt. Dies erinnert den Leser an George Orwells dystopischen Roman "1984", in dem Orwell beschreibt, wie in seinem imaginären Land "Ozeanien" in jedem einzelnen Moment Worte in der Sprache entfernt werden, um die Vorstellung von Menschen zu beschneiden, weil das Bewusstsein des Einzelnen durch seine Sprache eingeengt ist. Roy findet ein ähnliches Projekt in Indien. Aber der indische Fall ist komplexer als der von Orwell's Ozeanien. Um die Gefahren zu verstehen, die der Sprache in Indien drohen, verwendet Roy den Ausdruck "Projekt des Nichtsehens".

Dieses "Projekt des Nichtsehens", argumentiert Roy, funktioniert auf unzählige Arten. Auf der einen Seite hat der Staat durch die ständige Unterdrückung der Menschen unter Anwendung der Kolonial-Gesetze die Angst in den Menschen ausgelöst und sie gezwungen, nicht die Wahrheit zu sagen und in der Illusion zu leben, den von den Machthabern verkündeten Mythen zu glauben. Zweitens sind wir in der Falle, den Lügen zu glauben, die von den Hindu-Nationalisten verkündet werden. Roy bemerkte, dass "die Geschichte von Hindu-Nationalisten gehandelt wird, diese abgedroschene Geschichte von falscher Tapferkeit und übertriebener Opferbereitschaft, womit Geschichte in Mythologie und Mythologie in Geschichte verwandelt wird". Hindu- Nationalisten wollen die Geschichte neu schreiben und den vergangenen Realitäten mit nonsense-Fiktion konfrontieren. Darin spiegelt sich die Furcht dieser Mythenmacher wider, sich der vergamgenen Wahrheit zu stellen. "Das einzig Gute an dieser zeitgenössischen Mobtradition ist, dass sie versteht, welche Gefahren von der Kunst ausgehen", und sie versucht, alles zu tun, um die Wahrheit sprechende Kunst zu zerstören.

Über die Verantwortung der Literatur nachdenkend, behauptet Roy, dass die Autoren, um dem Widerstand der Hegemonialen entgegenzuwirken, die neue Sprache schaffen müssen. Sie schreibt: "Für mich, oder für die meisten Schriftsteller unsrer Zeit, die in diesen Gegenden arbeiten, kann Sprache nie eine Selbstverständlichkeit sein. Sie muss gemacht werden. Sie muss gekocht werden. Langsam gekocht". Arundhati Roy hat bisher nur zwei Werke der Belletristik geschrieben, und ihr Schwerpunkt lag auf dem Sachbuchschreiben. Aber um die komplexen Zusammenhänge in Indien zu verbreiten und zu verstehen, betont Roy die Bedeutung der Belletristik. Für Roy ist es die Fiktion, die "über die Weite, die Freiheit und den Spielraum verfügt, um einem Universum unendlicher Komplexität standzuhalten". In ihrem Aufsatz "The Graveyard Talks Back" (Erwiderung des Friedhofs) reflektierte sie über ihre Vorstellung von Fiktion und darüber, wie sie diese benutzt, um Dinge festzuhalten, die sie verfolgen, und Dinge, die sich nicht durch Zahlen und Fakten ausdrücken lassen. Roy nahm den Fall von Kaschmir, einem wunderschönen Tal, das jetzt "mit Friedhöfen bedeckt ist und auf diese Weise buchstäblich fast selbst zu einem Friedhof geworden ist". Die Geschichte Kaschmirs und der Kaschmiris, insbesondere in den vergangenen dreißig Jahren im Allgemeinen, wie sie in den Medien dargestellt wird, ist nicht nur die Geschichte von Ausgangssperre, Terror, Tod, gefälschteWahlen und Menschenrechtsverletzungen. Es ist auch eine Geschichte der "Liebe und Poesie". Sie lässt sich nicht zu Nachrichten verflachen". Diese Wahrheit über Kaschmir kann nur durch Fiktion erzählt werden, "denn nur sie kann von der Luft erzählen, die so erfüllt ist von Angst und Verlust, von Stolz und wahnsinnigem Mut und von unvorstellbarer Grausamkeit. Nur die Fiktion kann versuchen, die Transaktionen zu beschreiben, die in einem solchen Klima stattfinden".

Roy krönt all ihre Gedanken im abschliessenden Essay in dieser Sammlung, in dem es um die Hoffnung geht, eine neue Welt zu betreten. Roy sieht die gegenwärtige globale Pandemie als ein Portal, "ein Tor zwischen einer Welt und der nächsten". Diese Pandemie brachte die zerbrechliche und unmenschliche Natur der Weltordnung zum Vorschein. Obwohl das Virus egalitär ist, das nicht zwischen den Menschen unterscheidet, die es angreifen will, hat das System die Pandemie unter gebührender Berücksichtigung sämtlicher religiösen, kasten- und klassenbedingten Vorurteile bekämpft. Aber diese Pandemie bietet Hoffnung, eine Chance, die Welt neu zu überdenken. Roy setzt sie in die Menschen, "die bereit sind, sich unbeliebt zu machen. Die bereit sind, sich selbst in Gefahr zu bringen. Die bereit sind, die Wahrheit zu sagen", um die Nation in die neuere Welt zu führen und sie von den bösen Mächten fernzuhalten, die versuchen, der Lebendigkeit des pluralistischen, säkularen und demokratischen Indiens zu schaden.

Walter Benjamin sagte einmal: "Der Geschichtenerzähler ist die Gestalt, in der der gerechte Mensch sich selbst begegnet". Roy ist ein solcher Geschichtenerzähler. Ihre Essays sind nachdenklich, introspektiv, kritisch und provozieren die Leser, neu über die Welt nachzudenken, in der wir leben. Wir können ihren Meinungen zustimmen oder sie ablehnen. Aber sie werden unserer Vorstellungskraft unweigerlich neue Farben verleihen und die Leser für ihre Reise der "Neuerfindung der Welt" rüsten.

Bevor sie endet, hinterlässt Arundhati Roy ihren Lesern eine Notiz der Hoffnung und Verzweiflung: "Wir können nur hoffen, dass die Straßen Indiens bald von Menschen bevölkert sein werden, die erkennen, dass das Ende nahe ist, wenn sie nicht handeln. Wenn das nicht geschieht, betrachten Sie diese Worte als Andeutungen eines Endes von jemandem, der diese Zeiten durchlebt hat".


Mucheli Rishvanth Reddy studiert derzeit im letzten Jahr seines BA-Studiums in Wirtschaft, Soziologie und Politikwissenschaft an der Christ University in Bangalore. Post-Id: reddyrishvanth@gmail.com


Quelle - källa- source

Donnerstag, 5. November 2020

The World is Changing: China Launches Campaign for Superpower Status|

In 1900, Germany found itself in a similar situation under Kaiser Wilhelm, who was met by a similar barrage from the world power England. Some of us thought of the strong alliance between Russia and China, which would make an expansion of military power superfluous, but we did not take into account that Putin was leaving soon and what would happen then is in the stars. So Xi is doing the only right thing: Prevention! And he is in a far better position than Wilhelm II.


The World is Changing: China Launches Campaign for Superpower Status|

Dr Ramzy Baroud

26. Oktober 2020

Platz des Himmlischen Friedens

The outdated notion that China ‘just wants to do business’ should be completely erased from our understanding of the rising global power’s political outlook.

Simply put, Beijing has long realized that, in order for it to sustain its economic growth unhindered, it has to develop the necessary tools to protect itself, its allies and their combined interests.

The need for a strong China is not a novel idea developed by the current Chinese President, Xi Jinping. It goes back many decades, spanning various nationalist movements and, ultimately, the Communist Party. What sets Xi apart from the rest is that, thanks to the unprecedented global influence acquired by Beijing during his incumbency (2013 – present), China is now left with no alternative but to match its ‘economic miracle’ with a military one.

US President, Donald Trump, made the trade deficit between his country and China a cornerstone in his foreign policy agenda even before his rise to power. That aside, it is the military deficit that concerns China most. While world media often focuses on China’s military encroachment in the South China Sea – often dubbed ‘provocations’ – little is dedicated to the massive US military presence all around China.

Tens of thousands of US troops are stationed in the West Pacific and in other regions, creating an encirclement, all with the aim of cutting off the possibility of any Chinese strategic expansion. Numerous US military bases dot the Asia-Pacific map, stationed mostly in Japan, South Korea, Philippines, Singapore, Guam and Australia.

In response to China’s military maneuvers in the South China Sea, the US composed the 2018 National Defense Strategy, which is raising the prospects of military confrontations between the US and its Asian allies on the one hand, and China, on the other. US military expansion soon followed. On September 8, the Wall Street Journal, citing US officials, reported that the Republic of Palau has “asked the Pentagon to build ports, bases and airfields on the island nation”.

It is obvious that the Pentagon would not base such a consequential decision on the wishes of a tiny republic like Palau. The immensely strategic value of the country – spread over hundreds of islands in the Philippine Sea, with close ties to China’s arch-enemy and US ally, Taiwan – makes Palau a perfect choice for yet more US military bases.

This is not new. The rise of China, and its clear intentions to expand its military influence in the Pacific, has irked the US for years. Barack Obama’s administration’s ‘Pivot to Asia’ in 2012 was the genesis of the new American belief regarding the imminent challenges awaiting it in that region. The National Defense Strategy of two years ago was a further confirmation that the focal point of US foreign policy has largely shifted away from the Middle East to the Asia-Pacific.

The compromising language that became a feature in China’s foreign policy throughout the 1980s and 90s is now being supplanted by a different discourse, one of political resolve and unprecedented military ambitions. In his speech at the historic October 2017 Communist Party Congress in Beijing, Xi declared the dawn of a “new era”, one where development and strength must synchronize.

“The Chinese nation … has stood up, grown rich, and become strong. It will be an era that sees China moving closer to center stage and making greater contributions to mankind,” he said.

Since then, Xi has tirelessly aimed to strike the balance between strength, bravery and victory with that of progress, ingenuity and wealth. For the “China dream” to be realized, “it will take more than drum beating and gong clanging to get there.”

Mittwoch, 4. November 2020

Jüngster 5-Jahres-Plan zeigt Wohlwollen von Chinas System

Andy Mok

2. November 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

 

 Tian'anmen-Platz in Peking, Hauptstadt von China, 28. Mai 2020. /Xinhua

Viele Menschen auf der ganzen Welt, vor allem in den Vereinigten Staaten, sind immer noch in einem unbedachten, primitiven und schädlich giftigen Aberglauben gefangen, dass von allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein demokratisches System der freien Marktwirtschaft die beste und moralischste Regierungsform sei.

Aber 40 Jahre Reform in China haben gezeigt, dass dies nicht wahr ist. Der Sozialismus mit chinesischen Merkmalen hat weitaus bessere Ergebnisse für weit mehr Menschen gebracht als jedes andere politische System in der Geschichte. Zum Beispiel ist das Pro-Kopf-BIP nach Angaben der Weltbank von umgerechnet 89,5 Dollar im Jahr 1960 auf 10.262 Dollar im Jahr 2019 gestiegen, was einem Anstieg um das 115-fache entspricht.

Vielleicht noch bedeutender ist, dass der Anteil der Chinesen, die unter dem Äquivalent von 1,90 Dollar pro Tag leben, von 66,3 Prozent im Jahr 1990 auf 0,5 Prozent im Jahr 2016 gesunken ist. Darüber hinaus liefert der 14. Fünfjahresplan (2021-25, FYP) ein noch überzeugenderes Beispiel dafür, wie eine wirklich wohlwollende, humane und kompetente Regierung aussieht.

Die allgemeinen Ziele im Vorschlag des 14. FYP, bis 2035 eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen und eine mäßig entwickelte Wirtschaft zu werden, sind nicht überraschend. Aber das Paradigma eines fünfjährigen Planungsprozesses ist für ein wirklich wohlwollendes und effektives Regierungssystem notwendig.

Und dies ist nur möglich, weil Chinas politisches System nicht unter dem Mangel leidet, sich um Stimmen zu bewerben oder politische Punkte sammeln zu müssen, die Länder mit Zweiparteiensystemen belasten. Stattdessen kann Chinas Regierung ihre ganze und ungeteilte Energie und Aufmerksamkeit darauf verwenden, die Wünsche des chinesischen Volkes nach einem besseren Leben zu verwirklichen.

Anstatt sich auf einen inhärent groben, unzuverlässigen und leicht korrumpierbaren Abstimmungsprozess zu verlassen, wurde der 14. FYP durch mehr als eine Million Vorschläge, die online eingereicht wurden, sowie durch Ratschläge von Think Tanks, verschiedenen Regierungsbehörden, Universitäten sowie Wissenschaftlern und anderen Experten geprägt.

Der Plan befasst sich zwar mit Wirtschaftswachstum, Technologie und geopolitischen Fragen, doch eines der wichtigsten Themen ist die Erhöhung der Einkommen bei gleichzeitiger Verringerung der Ungleichheit durch die Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten und die Verbesserung der Qualität der verfügbaren Arbeitsplätze.

 

Das Zentrale Geschäftsviertel von in Shenzhen (CBD) in der südchinesischen Provinz Guangdong, 19. März 2019. /Xinhua

Der FYP ist von einem modernen und wissenschaftlichen Ansatz geprägt ist, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen genau und vollständig verstanden werden, so wurzeln doch die Philosophie und die Leitprinzipien dieses Plans in den Gedanken des chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den Sozialismus mit chinesischen Merkmalen für eine neue Ära, die ihrerseits auf einer Verschmelzung marxistischer Theorien, Erkenntnissen aus der chinesischen Philosophie und den praktischen Erfahrungen aus Tausenden von Jahren erfolgreicher Regierungsführung beruhen.

Eine wichtige Lehre aus der chinesischen Geschichte ist, dass die Versorgung der physischen Grundbedürfnisse des Volkes die wichtigste Aufgabe eines Herrschers ist. Diejenigen, die sich auf rücksichtslose oder endlose Kriege einlassen oder dies auf andere Weise ignorieren, werden bald beiseite gefegt, da diese Handlungen das Volk verarmen lassen. Und so spiegelt die Betonung der Beschäftigung im 14. FYP sowohl die Weisheit als auch das Wohlwollen und die humane Autorität der chinesischen Regierung wider.

Aber die Konzentration auf die Beschäftigung geht auch auf andere wichtige Bedürfnisse des Volkes ein. Nach Abraham Maslow haben die Menschen eine Reihe von Bedürfnissen, die in einer sequentiellen Reihenfolge befriedigt werden müssen: Physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeitsgefühl, Wertschätzung, Selbstverwirklichung. Eine Konzentration auf die Beschäftigung, die Erhöhung der Qualität der Arbeitsplätze und die Verringerung der Ungleichheit zwischen Stadt und Land entspricht einer Reihe dieser Bedürfnisse.

Ein Arbeitsplatz stellt natürlich die Mittel für Nahrung, Unterkunft und Kleidung zur Verfügung. Aber er kann auch ein Gefühl der Sicherheit und Hoffnung für die Zukunft vermitteln, das den Sicherheitsbedürfnissen der Menschen entgegenkommt. Darüber hinaus vermittelt eine qualitativ hochwertige Arbeit auch ein Gefühl der Gemeinschaft, des Beitrags und der Leistung. Schließlich sorgt ein gerechteres Beschäftigungssystem dafür, dass die Menschen das Gefühl haben, dass ihre Gesellschaft gerecht ist.

Eine der schwierigsten Aufgaben der Regierung ist es, die richtigen Prioritäten zu setzen. Der 14. FYP Chinas zeigt, dass sich die Regierung weiterhin auf die wahren Bedürfnisse und Bestrebungen des chinesischen Volkes konzentriert. Aus diesem Grund sehen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt China als die wahre strahlende Stadt auf einem Hügel.

Andy Mok ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für China und Globalisierung. Der Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die des CGTN.


Quelle - källa - source