Freitag, 9. Dezember 2011

Usbekistan: Im Bett mit Lola und Gulnara



von Craig Murray

am 5. Dezember 2011
Usbekistan
Die Afghanistan-Konferenz ist eine Farce. Es gibt keine Vertreter des afghanischen Widerstands gegen die Besatzung, folglich geht es nicht um Friedensverhandlungen. Karzais korrupte und erschöpfte Präsidentschaft, die durch massiven Wahlbetrug gewonnen wurde, geht 2014 zu Ende. Es ist kein Zufall, dass die NATO-Truppen unmittelbar danach abziehen werden. Seid versichert, dass niemand von der Familie Karzai in Afghanistan zurückbleiben wird, und dass sie sich in die Schweiz zurückziehen werden mit all den Milliarden Dollars, die sie von den Geldern der englischen und amerikanischen Steuerzahler und aus dem Heroin-Handel ergaunert haben.
Pakistan ist natürlich auch nicht auf der Konferenz vertreten. Nachdem annähernd 6000 Pakistaner von den USA auf pakistanischem Boden in die Luft gejagt wurden und die nächsten 25 auf einen Schlag getötet wurden, alles junge Soldaten, etwas, was selbst die gefügige und korrupte Regierung Pakistans nicht unter den Teppich fegen konnte. Also muss erst einmal der ganze NATA-Nachschub über Usbekistan transportiert werden – der Prozentsatz des NATO-Nachschubs, der diesen Weg nimmt, ist bereits auf fast 50% gestiegen und steigt weiter.

Was ein Glück, dass Hillary in Präsident Karimow einen neuen besten Freund hat

All das erklärt, weshalb es nicht ein einziges Wort der Kritik an Usbekistans Verletzungen der Menschenrechte seitens der Koalitionsregierung in England gab. Es wurden die Menschenrechte nicht einmal erwähnt, auch nicht die Sklaven- Arbeit von Kindern, die politischen Gefangenen oder freie Wahlen, die Zulassung der Opposition oder die Rede-, Religions- und Versammlungs-freiheit, als die britische Regierung im vorigen Monat die offizielle parlamentarische und Handelsdelegation empfing. Es gab kein Wort über all dies, weder öffentlich oder privat.
Die gegenwärtige englische Regierung liebt Karimow. Leute lebend kochen oder politische Gegner foltern, findet sie in Ordnung. Wir schicken ihm sogar Dissidenten zurück, um seine Praktiken an ihnen zu üben. Die britische Regierung hat erfolgreich neue Vorzugszölle in der EU für usbekische Baumwolle durchgesetzt, die von achtjährigen Kindersklaven gepflückt wird.
Die Liebesgeschichte mit dem britischen Establishment geht aber noch über diese Regierung hinaus. Der neue Hauptfinanzier der Labour-Party, ihr eigener Lord Ashcroft, ist ein Mann namens Andrew Rosenfeld. Er hat ein Haus in der Schweiz an Karimows Tochter Lola verkauft für den dreifachen Marktwert. Derlei riesige Zahlungen über den Marktwert hinaus sind, sehr häufig, ein bißchen Geldwäscherei, wobei das extra Geld für etwas anderes ist.
Geld fließt in beide Richtungen – wie schon früher hier berichtet wurde; Karimows älteste Tochter Gulnara erhält extra-Prozente vom Transport all dieses NATO-Nachschubs durch Usbekistan.
Aber das neueste Liebesabenteuer mit der Karimow-Familie ist wirklich überraschend. William Hague [britischer Außenminister. D. Ü.] wird einverstanden sein, dass Gulnara Karimowa – die verhassteste Person in Usbekistan – kommen und in London leben kann als Botschafterin Usbekistans. Das Ersuchen für ihre Bewilligung (ihr Agrément in diplomatischer Sprache) liegt seit einer Weile schon auf dem Tisch. Das einzige verbleibende Hindernis, das noch gelöst werden muss, ist, wieviele von Gulnaras sieben Leibwächtern in Londons Straßen halbautomatische Waffen tragen dürfen.
Eine Vorstellung von Moral scheint unter unseren größeren politischen Parteien wirklich genau so tot zu sein wie für die Karimow-Familie.
Das Original liegt hier.

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