Sonntag, 7. Februar 2016

Interview mit Webster Griffin Tarpley über die Volksrepublik Donezk

Obwohl dieses Video (das mir gerade von http://www.fit4russland.com zugeschickt wurde) schon älter ist, sollte es sich jeder anhören, der an den Ereignissen interessiert war und ist. Der amerikanische Journalist Webster Griffin Tarpley lebt und arbeitet in Moskau und er spricht sogar sehr gut deutsch, was ich vorher nicht wusste. Da er zweimal in den Donezk eingeladen wurde und die wichigsten Leute dort traf, kann er uns bedeutende Einblicke vermitteln.
Webster Griffin Tarpley
Webster Griffin Tarpley, Ph.D. im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt In der aktuellen Situation einer breiten Diskussion um das sogenannte Flüchtlingsthema, ist die Lage in der Ost-Ukraine – das Leid der Menschen, die politische Situation und das Kriegsgeschehen inzwischen völlig in den Hintergrund getreten. Daß es dort sehr traurige, aber auch sehr spannende Entwicklungen gibt, ist etwas, was in unseren Medien überhaupt nicht mehr diskutiert wird.



In Libyen hatte Tarpley auch die Bombardements miterlebt, aber verhältnismäßig wenig Kampfhandlungen am Boden beobachtet. Auch in Syrien war es sicherer und möglich, sogar nachts unterwegs zu sein, obwohl viele Straßenecken von Terroristen besetzt waren. Aber in Donezk ist dies anders. Überall gab es Maschinengewehrfeuer, und die Frontlinie verlief nur wenige Kilometer vor der Stadtgrenze.

Glücklicherweise seien die Friedensbemühungen und Waffenstillstandsabkommen von Minsk II größtenteils umgesetzt worden – zumindest bis jetzt. Die Stimmung bleibt aufgeheizt. Die brutalen faschistischen Übergriffe auf dem Maidan und in Odessa haben auch die Gemüter in Donezk erregt und zu Massendemonstrationen geführt. Nach der Erklärung der Unabhängigkeit kamen die Faschisten aus Kiew und entfesselten den Krieg.

Der Westen spricht von einer subtilen Unterstützung der „Separatisten“ durch Putin. Doch den Einsatz russischen Militärs kann Tarpley nicht bestätigen. Die Denkfabriken in Moskau sind für Tarpley eher Labore für Experimente wirtschaftlicher Natur. Mit der Unabhängigkeit der Donezker Volksrepublik haben sie alle Banken verstaatlicht und die Oligarchen kaltgestellt – z. B. die aggressivsten Oligarchen wie Kolomoisky. Und seitdem orientiert sich die Politik der Banken im Osten der Ukraine am Volkswillen.
 

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