Mittwoch, 3. Februar 2016

AMISOM* und Äthiopien an der Spitze der Operation 'Jubba River'


Fatuma Lamungu Nur
* AMISOM sind Streitkräfte der Afrikanischen Union, die sich dafür hergeben, als Kanonenfutter für die Interessen der USA zu dienen.


Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Das Jubba-Tal ist ein riesiges Gebiet von 400 Km Lände und 400 Km Tiefe im äußersten Süden Somalias.
Ahmed Madobe, Klan-Führer in Kismayo und von Kenia und Äthiopien unterstützt, kündigte an, dass die Militäroperation „Jubba River“ im Gange ist, um die Al Shabab aus dem Tal des Jubba Flusses zu verjagen. [Al Shabab wird vom Westen als Terror-Organisation angesehen, ist aber eine Befreiungsbewegung wie die Huthis im Jemen. D. Ü.]

Doch die Wahrheit ist, dass die Operation zum Ziel hat, die einheimische Bevölkerung aus dem Jubba-Tal zu vertreiben, und 10 000 Familien des Ogadeni-Volkes aus Äthiopien und Kenia dort neu anzusiedeln. Mit dieser Maßnahme will Äthiopien der Ogaden National Liberation Front (ONLF) einen Schlag versetzen, gegen die es seit Jahrzehnten Krieg führt.

Es ist dem US-Marionetten-Regime in Addis Abeba gelungen, die ONLF zu spalten und mit einem Teil der ONLF diese Umsiedlung zu vereinbaren. Und Ahmed Madobe ist einer von ihnen, der schon die Führung des Jubba Tales erhalten hat. Doch die einheimische Bevölkerung des Jubba-Tales widersetzt sich natürlich ihrer Vertreibung, was auch in einem UN-Bericht von 2015 festgehalten wurde.
Hier sieht man, in welchem Ausmaß Somalia von den USA bereits zerfetzt wurde.
Äthiopien erhofft sich hiervon jedoch einen doppelten Vorteil. Erstens wird es einen Teil des Ogaden-Volkes los und zweitens wird damit ein ewig dauernder Konflikt der Ogandeni mit den Somalia-Klans angelegt. Genau aus diesem Grunde widersetzt sich Somalia diesem Plan.

Deswegen sind die äthiopischen Truppen nun bis nach Kismayo vorgedrungen und rühmen sich, „jetzt den Job zu Ende zu führen, den die Kenyaner nicht in 5 Jahren tun konnten“. Aber damit haben sie praktisch nur den Endpunkt des Jubba-Tales an der Küste erobert und keineswegs das Hinterland, das in der Hand der al-Shabab ist, der sich die einheimischen Jubba-Bewohner angeschlossen haben.
Dadurch können die Kenianer und Äthiopier sich des billigen Arguments bedienen, dass alle al-Schabab-Anhänger sind, was ihnen freie Hand lässt, mit maßloser Brutalität und Grausamkeit im Jubbaland vorzugehen. Das ist allgemein bekannt, aber keiner rührt daran, weil alle Parteien ihre eigenen Interessen in dem Gebiet verfolgen.

Mein Rat an das Volk im ganzen Jubba-Land ist, jeden echten und einschließenden Friedensprozess zu unterstützen, aber standhaft zu bleiben und Invasionen zu widerstehen und zu den Waffen zu greifen, um ihr Land zu verteidigen.
Überschwemmung des offenbar sehr fruchtbbaren Jubba-Tales
Ergänzende Meldung vor 2 Wochen: Al Shabab überrannte eine kenianische Basis und tötete 60 Soldaten.


Quelle – källa - source

Kommentare:

  1. Keine Ahnung, was dort vorgeht. Könnt emir aber vorstellen, dass Äthiopien über diese Flüsse, die aus seinem Land ostwärts fließen, einen Meerzugang anstreben, nachdem sie diesen durch die Abspaltung Eritreas verloren haben

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  2. Schau mal, du sagst, du habest keine Ahnung, sitzt aber vor dem PC und weißt nicht, dass es da
    Google gibt, wo du sehr viel mehr erfahren kannst? Vor allem habe ich oben gesagt, dass das Jubba-Tal 400 km breit ist. Die Flüsse also oben in den Bergen entspringen! Wie soll man darüber einen Zugang zum Meer bekommen? Man sollte halt auch ein bisschen selbst denken.

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  3. Zugang zum Meer ist das entscheidende Thema für die Waren des fruchtbaren äthiopischen Hochlandes.( bei dem sich übrigens die kolonialistischen Saudis große Ländereien gesichert haben sollen ) Es muss ja geographisch kein direkter Zugang zum Meer möglich sein, auch wenn die Waren einige Hundert km weiter ans eigene Land sich transportieren ließen, wäre schon geholfen. Ideal dazu wären Nachbarn, mit denen man sich soweit versteht, dass diese Handel mit einen treiben und fernere waren durchlassen.
    Doolow ist eine Grenzstadt: https://de.wikipedia.org/wiki/Doolow
    Im Gegensatz zum im Unterlauf oft ausgetrockneten Shebelle- Fluss ist der Juba/ Jubba vor allem im Herbst hochwasserführend: https://de.wikipedia.org/wiki/Juba_%28Fluss%29
    Dass die Al shabab vergleichbar der in der Tat schiitischen Befreiungsorganisation der Huthis im Jemen ist, halte ich wegen der grausamen Vorfälle in Kenia für ein Gerücht, es sei denn, dieses würde widerlegt: http://www.spiegel.de/politik/ausland/kenia-al-shabab-terroristen-toeten-mindestens-70-studenten-a-1026957.html
    Wenn andersrum Christen gezielt Muslime abknallen würden, glaube ich nicht, dass deine Meinung die einer Befreiungsbewegung wäre. Zudem kann ich nicht ein Land in Afrika nennen, dem der sunnitische Islam zum Segen gereichen würde, abgesehen von Kolonialismus der absolutistischen Königshäuser am ''persischen'' Golf.
    __________________________________________________________________________________________
    Unabhängig zu dem ostafikanischen Konflikt ( soweit sind wir ja gar nicht auseinander, wie es scheint ) möchte ich zu ganz Afrika ein Sonntagsrätsel einstellen:
    Wer hat folgendes gesagt:

    Zitat: ''Afrika ist ein Opfer. Afrika ist immer von anderen Mächten ausgebeutet worden. Aus Afrika kamen sie nach Amerika, verkauft, die Sklaven. Es gibt Mächte, die nur versuchen, sich die großen Reichtümer Afrikas anzueignen. Ich weiß nicht, es ist vielleicht der reichste Kontinent...Doch sie denken nicht daran, das Land wachsen zu lassen, dass es arbeiten kann, dass alle Arbeit haben...Ausbeutung! Afrika ist ein Märtyrer. Es ist Märtyrer der Ausbeutung im Laufe der Geschichte. Diejenigen, die sagen, dass aus Afrika alles Unheil und alle Kriege kommen, verstehen vielleicht nicht genau, welchen Schaden gewisse Entwicklungsformen der Menschheit zufügen. Und daher liebe ich Afrika, weil Afrika ein Opfer anderer Mächte gewesen ist.''
    A: Obama
    B: Mussolini
    C: Angela Merkel
    D: Einar Schlereth
    E: Papst Franziskus
    D: Pol Pot
    E: Gaddafi
    F: Prince Charles
    G: Karlheinz Böhm
    H: Claudia Roth

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    1. sorry, die Buchstaben sind durcheinander geraten ( es will ja niemand Einar Schlereth mit Pol Pot vergleichen ):
      A: Obama
      B: Mussolini
      C: Angela Merkel
      D: Einar Schlereth
      E: Papst Franziskus
      F: Pol Pot
      G: Gaddafi
      H: Prince Charles
      I: Karlheinz Böhm
      J: Claudia Roth

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    2. Obwohl es schon etwas her ist und mit einigen Tagen Nachlauf hier schon wieder etliche wichtige (z.T. schockierende) news gelistet wurden, hier nun meine Einschätzung als Antwort: Obiges Zitat "Afrika ist ein Opfer..." kann von allen hier vorgeschlagenen Leuten gesagt worden sein, bloss wer meint es denn auch genau so, im Falle einer Rede? Mit einer ehrlichen Aussage zu Afrika würde ich rechnen von Einar Schlereth, Gaddafi, Karlheinz Böhm oder evtl. auch Jorge M. Bergoglio (Franziskus, hier schon mit deutlichem Fragezeichen). Bei dem Rest wäre eine derartige Aussage unter "Sonntagsrede" zu verbuchen! Ich bitte um Aufklärung!

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