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Sonntag, 16. Februar 2020

Die Krise in Syriens Idlib hat Türkei in die NATO-Sphäre zurückgebracht


Erdogan wedelt wie Trump wie ein Kuhschwanz hin und her. Auf solche Typen ist kein Verlass. Ihnen nachzugeben, deuten sie als Schwäche. Putin hätte ihm sofort nach Abschuss des Jets eine empfindliche Lektion erteilen müssen. Für ihn und sein Land wäre der Anschluss an den eurasischen Raum ohne Zweifel vorteilhaft gewesen. Aber seine Blödheit wird ihn teuer zu stehen kommen. Doch diese Misere geht auf Putins Konto, als er die enorm erfolgreiche Offensive nach Befreiung von Aleppo abbrach.


Paul Antonopoulos
13. Februar 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Syrien war der eigentliche Grund, weshalb die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA schelchter wurden, da letzere offen den syrischen Zweig der Kurdischen Arbeiter-Partei stützten, bekannt unter dem Namen Volksschutz-Einheiten (YPG), die von der Türkei als Terroristen gesehen werden. Obwohl die Türkei immer ein loyaler Alliierter und Mitglied der US-geführten NATO war, verbesserte der syrische Krieg die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau, trotz einer anfänglichen Stockung, als die Türkei einen russischen Jet in Syrien 2015 abschossen, der zur Ermordung des Piloten durch einen türkisch-gestützten Terroristen führte. Russland verbesserte nicht nur die Beziehung durch den Verkauf des starken S-400 Raketen-Verteidigungssystems, sondern sympathisierte auch mit dem türkischen Sorgen mit der YOG und gesellten sich zur Türkei bei den Syrien-bezogenen Gesprächen im Astana und Sotschi-Format. Der S-400 Verkauf forderte den Zorn der NATO heraus und viele im politischen Establishment in Washington dachten daran, die Türkei aus dem Atlantik-Bündnis rauszuwerfen.

Es schien, dass durch die gestärkten Russisch-türkischen Beziehungen, die Türkei dem neuen multi-polaren Welt-System beitreten würden. Doch Ende Januar hatte Türkeis Präsident Erdogan einen Wutausbruch gegen Russland, weil er frustriert, dass angeblich «Russland sich nicht an Astana und Sotschi hält», da Moskau sich weigerte, seine syrischen Alliierten abzuhalten, die türkisch-gestützten Terroristen zu bekämpfen, die in Idlib im syrischen Nordwesten operierten.

Doch erlaubten die Astana- und Sotschi-Abkommen Operationen gegen Terror-Organisationen. Die syrische Armee kämpft gegen Al Qaida-Tochterorganisationen wie die turkistanische Islamische Partei und die Hayat Tahrir al-Sham.

Da Russland sich weigerte, seinen syrischen Alliierten im Stich zu lassen, eskalierte die Türkei die Situation in Idlib, indem sie tausende Soldaen mobilisierte, um illegal große Gebiete der Provinz zu besetzen. Der NATO-General-Sekretär Jens Stoltenberg vergeudete keine Zeit und verkündete nach der ersten Sitzung des Treffens der NATO- Verteidigungsminister auf der gestrigen Pressekonferenz, dass die NATO die Türkei in Idlib gegen Syrien unterstützen werde. Das geschah am selben Tag, als der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey in einem Interview mit dem türkischen Nachrichtensender NTVsagte dass türkische Soldaten gegenwärtig in Idlib stationiert seien und das Recht hätten, sich zu verteidigen und dass Washington und Ankara ein gemeinsames geostrategisches Ziel in Syrien und Libyen hätten.

Da Russland und die Türkei tatsächliche sehr große unterschiedliche Auffassungen nicht nur in Idlib, sondern auch in Libyen haben, haben sowohl die NATO als auch die USA die Gelegenheit ergriffen, die Türkei fest zurück in ihr Lager und weg von Russland zu zerren und Ankara war überglücklich zu folgen. Denn die Türkei liegt in dem strategischen Raum in Eurasien, der als Brücke zwischen Ost und West dient, und kontrolliert gleichzeitig den Bosporus und die Dardanellen, wodurch sie einen großen Einfluss auf die Großmächte hat.