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Mittwoch, 13. Juni 2018

Wie die Mainstream-Medien alles in den falschen Hals bekommen haben


Dies erklärt einige Fragen, die ich noch heute Mittag in einem Kommentar zum  Trump-Kim Treffen äußerte. Gareth Porter ist eindeutig besser informiert als die übrige Meute. Kim scheint sich doch ganz gut abgesichert zu haben. Und er wird obendrein mit Sicherheit auch Garantien von China und Russland bekommen haben, was die Amerikaner wohl nicht für möglich halten. Das bestätigt im übrigen auch der Artikel von Pepe Escobar "The key word in the Trump-Kim show" (Das Schlüsselwort in der Trump-Kim Show).
Gareth Porter

12. Juni 2018


Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Beide sehen sehr zufrieden aus!
Seit Wochen sagen die MSMedien, dass der Trump-Kim-Gipfel nur zwei mögliche Ergebnisse haben könnte: Entweder wird Trump wütend abreisen oder Kim Jong Un wird ihn zu einem Deal verleiten, bei dem Trump Zugeständnisse abringenwird, sich aber nie zur vollständigen Entnuklearisierung verpflichtet.

Der Gedanke, dass Nordkorea nicht zustimmen könnte, seine Atomwaffen oder seine Interkontinentalraketen (ICBMs) aufzugeben, ist zu einem Glaubensartikel unter den Journalisten geworden, die über das Thema für die großen Medien berichten. Zwei Themen, die immer wieder in ihrer Berichterstattung auftauchen, sind, dass die gerissenen Nordkoreaner Trumpf "spielen" und dass frühere Regierungen auch von Nordkorea nach der Unterzeichnung von Abkommen in gutem Glauben übers Ohr gehauen wurden.

Aber die Medien haben alles falsch verstanden. Sie sind davon ausgegangen, dass Nordkorea nicht ohne Atomwaffen leben kann - ohne die Strategie Nordkoreas in Bezug auf Atomwaffen zu verstehen - und haben immer wieder "Experten" zitiert, die das nordkoreanische Denken nicht genau verfolgt haben, die aber die erforderliche Feindseligkeit gegenüber dem Gipfel und der Aushandlung eines Abkommens mit dem Kim-Regime zum Ausdruck bringen.

Einer der wenigen Amerikaner, die mit Autorität über Nordkoreas Kalkül bezüglich Atomwaffen sprechen können, ist Joel S. Wit, der von 1993 bis 1995 leitender Berater des US-Verhandlungsführers mit Nordkorea war, Botschafter Robert L. Gallucci, und der von 1995 bis 1999 Koordinator des "Rahmenabkommens» von 1994 mit Nordkorea war. Noch wichtiger ist, dass Wit auch an einer Reihe von informellen Treffen mit nordkoreanischen Beamten im Jahr 2013 über die Überlegungen Nordkoreas zu seinen Atomwaffen teilgenommen hat.

Bei einer Anhörung über den Trump-Kim-Gipfel vergangene Woche, der von der ‘Website 38 North’ gesponsert wurde, die er gründete und immer noch leitet, machte Wit deutlich, dass dieser Unglaube von Nordkoreas Bereitschaft, der Entnuklearisierung zuzustimmen, falsch ist. "Jeder unterschätzt die Dynamik hinter dem, was Nordkorea tut", sagte er. "Es ist keine Charmeoffensive oder ein taktischer Trick."