Mittwoch, 24. April 2013

Die kommende Herausforderung für die US-Wirtschaftsdominanz - Asien bald wieder Kraftwerk der Welt?



David Francis
23. April 2013

Ende vergangenen Monats kündigten die Führer von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – die sogenannten BRICS – an, dass sie ihre eigene Entwicklungs -Bank gründen würden, um den aufstrebenden Ökonomien beizustehen. Die noch unbenannte Bank wird sicherlich mit der Weltbank und dem IWF konkurrieren, zwei Institutionen mit Machtstrukturen, die eng an die USA und Europa geknüpft sind.
Diese Ankündigung dient auch als weiteres Zeichen, dass die Weltwirtschaft sich schnell auf eine Gegend zu entwickelt, wo die globale Wirtschaftsdominanz der USA von regionalen Interessen herausgefordert wird. Seit Ende des 2. Weltkrieges waren die USA der Motor der globalen Geldpolitik. Wenn die Federal Reserve agierte, dann horchte die Welt auf und reagierte.

Jetzt versuchen laut hohen Persönlichkeiten der BRICS-Länder die aufsteigenden Länder sich gegen die von den USA und Europa verursachten Markt-Turbulenzen zu schützen. Sie trauen dem Westen nicht mehr zu, die rechten Dinge zu tun. Sie bilden ihre eigene 'Union', um die Stabilität herzustellen, die Weltbank, der IWF und die FED nicht liefern konnten.





„Wenn es also Erschütterungen auf dem globalen Finanzmarkt gäbe und Kredite rar würden, erhielten wir Kredite von unseren größten internationalen Partnern und es würde keine Unterbrechung im Handel geben“, sagte der brasilianische Wirtschaftsminister Gido Mantega.

Diese Bank, die ein 50 Mrd. $ Startkapital plant, wird erwartungsgemäß im nächsten Jahr öffnen, wie der indische Finanzminister P. Chidambaram sagte. Es bilden sich auch weitere Allianzen rundum in der Welt, die auf das Ende der westlichen Wirtschaftsdominanz deuten.

Um deutlich zu sein, diese Allianzen sind keine Währungsgemeinschaften. Sie haben keine gemeinsame Währung und daher auch keine gemeinsame Finanzpolitik. Doch teilen sie den gemeinsamen Glauben, dass sie gemeinsam mit ihren aufstrebenden Wirtschaften Wachstum fördern und aufrechterhalten können.

Diese Allianzen tun mehr als einfach nur sich gegen westliche Finanzkalamitäten abzusichern. Sie ermutigen Investoren, das Geld in der Region zu belassen, anstatt es auf westliche Märkte zu schicken und lieber auf den Handel zwischen den Mitgliedstaaten zu setzen.

Obwohl viele dieser Allianzen keine wirkliche Macht haben, hat ihre Bildung symbolische Bedeutung. Sie geben den aufstrebenden Wirtschaften ein Forum, um ihre Stärke zu zeigen und ein deutliches Zukunftssignal zu senden, dass die USA nicht allein herrschen.

Aufstieg der BRICS
Es brauchte nicht lange für die BRICS, um eine große Macht auf den Weltmärkten zu werden. Die Führer dieser Länder trafen sich erstmals 2006, aber eine formelle Allianz wurde erst 2009 geschlossen. Südafrika schloss sich der Gruppe 2010 an.

Diese Länder repräsentieren jetzt 3 Mrd. Menschen. Sie haben zuammen ein BNP von 14.8 Billionen $ und halten 4 Mrd. an ausländischen Reserven. Die US-Wirtschaft ist immer noch die weltgrößte, obwohl Experten sich einig sind, dass die chinesische Wirtschaft 2016 größer sein wird. Und obwohl das wirtschaftliche Wachstum der BRICS in den vergangenen Jahren sich verlangsamt hat, haben sie den globalen Wirtschaftsrückgan weit besser überstanden als die USA und Europa.

Tatsächlich ist die neue BRICS-Bank wahrscheinlich das direkte Ergebnis der westlichen Antwort auf die Krise. Die FED, die Europäische Zentralbank, die Weltbank und der IWF versuchten wiederholt, den Schlag der Krise zu mildern, aber das Wachstum hat sich nicht eingestellt.

Laut einem Papier von Ritwik Banerjee und Pankaj Vashisht, das auf der Höhe der Krise veröffentlicht wurde, hat die Fähigkeit der BRICS, das Wachstum beizubehalten, während die westlichen Ökonomien schrumpften, die aufstrebenden Länder überzeugt, dass eine neue Balance der globalen Wirtschaftsmacht notwendig wäre.

„Der frühere Motor globalen Wachstums, die USA, wurde schwächer und neue Zentren des Wachstums sind entstanden“, schrieben sie. BRICS waren „einer der aufstrebenden Wachstumspole, der die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zog.“

BRICS sind nicht allein

Im Gefolge der globalen Finanzkrise suchen andere Länder auch nach Allianzen, die sie weniger abhängig vom Westen machen. Während der Finanzkrise haben Japan, China und Südkorea einen Notdarlehensfond von 120 Mrd. $ geschaffen, um die Finanzen der asiatischen Länder zu stützen. Der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) mit 10 Ländern aus jenem Teil der Welt hat ebenfalls eine Periode robusten Wachstums erfahren.

Neue Partnerschaften entstehen auch näher bei uns.

Álvar Uribe, ehemaliger Präsident Kolumbiens, sagte kürzlich der Financial Times, dass sein Land erwäge, in eine formelle Allianz mit Mexico, Peru und Chile zu treten, um einen Block mit einem BNP von 2.2 Billionen $ zu schaffen. Diese Länder sind bereits übereingekommen, die Handelstarife auf 90 % der untereinander getauschten Produkte zu beseitigen. Aber die größte Herausforderung für die USA-Dominanz bleibt Asien.

Das Pentagon hat seine Strategie umgelegt, um potentiellen Rivalen in jenem Teil der Welt die Stirn zu bieren. Und US-Unternehmen gewinnen auf den riesigen Konsummärkten in China, Indonesien und Malaysia an Boden.

Sogar die Nationale Basketball Verband erkennt, dass der Schlüssel für künftigen Erfolg darin liegt, den asiatischen Markt aufzubrechen. Er hat 1.5 Mrd. $ ausgegeben für einen Sport- und Unterhaltungskomplex außerhalb von Beijing, und hat den chinesich-amerikanischen Star Jeremy Lin auf eine Tour durch das Land geschickt.

„Wir stehen an einer kritischen Kreuzung der menschlichen Geschichte, was zu sehr unterschiedlichen Arten von Zukunft führen könnte“, sagt Christopher Kojm, Vorsitzender des Nationalen Geheimdienst-Rates. „2030 wird Asien drauf und dran sein, das Kraftwerk zu werden, das es vor 1500 gewesen ist.“

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