Sonntag, 14. April 2013

KORREKTUR zur Malaysia-Invasion


Einar Schlereth

14. April 2013

Sabah liegt auf der rechten Karte rechts oben

Am 9. März habe ich den Artikel 'Neuer Krieg – Malaysia invadiert von Terroristen-Armee' übersetzt und aufgelegt. Die Quelle ist landdestroyer.blogspot.se gewesen, die ich eigentlich als recht zuverlässig kannte. Aber diesmal bin ich auf die Nase gefallen und ihr mit, wofür ich mich entschuldigen möchte.

Nun ist mein Freund André Vltchek vor Ort gewesen und hat recherchiert, was eigentlich passiert ist. Seine lange Reportage ist in der Wochenendausgabe vom 12.-14. April 2013 bei Counterpunch unter dem Titel 'Sulu Sultanate Contra Malaysia – Ghost of British Colonialism Haunting Sabah' erschienen.

Seine Story leitet er folgendermaßen ein: „An einem gewöhnlichen Tag, genauer am 9. Februar 2013, landete ein Trupp von Briganten (wenn man auf malaysische Behörden hört) oder heroischen Befreiern (wie einige nationalistische Philippiner sowohl in den Philippinen als auch in Malaysia sagen würden) oder einfach etwas durchgedrehte und übermäßig romantische Piraten (laut Aussage der meisten Leute zu beiden Seiten der Sulu-See) mit ihren Fahrzeugenan der grünen, mit Palmöl-Plantagen bedeckte Küste von Sabah und begannen sofort mit ihrem Krieg gegen den malaysischen Staat, mit dem leuchtenden Ziel, den Staat Sabah [resp. die 13. Provinz von Malaysia] unter die Herrschaft des Sulu Sultanats. … Ihr Befehlshaber war Agbimuddin, ein Bruder des selbsternannten „Sultans“ Jamalul Kiram III.“
Nachdem diese Truppe ein paar Polizisten umgebracht hatte, reagierte die malaysische Regierung mit einem völlig überzogenen Einsatz von Armee, Flotte und Luftwaffe. Nach vielen Interviews mit der Bevölkerung, die in extermer Angst lebt und kaum zu sprechen wagt, konnte André Vltchek nur so viel erfahren, dass sich die malaysische Armee eher wie eine wïld gewordene Soldadeska in fremden Landen aufführt, als eine Truppe zum Schutz der eigenen Bevölkerung.

Hinzu kommt allerdings, dass seit langem hunderttausende Gastarbeiter aus Indonesien und den Philippinnen in Malaysia arbeiten (inzwischen größtenteils geflohen), die verdächtigt wurden, ebenso wie die einheimische Bevölkerung, mit den Banditen unter einer Decke zu stecken. Und das wird zum Anlass genommen, alle gleichermaßen brutal zu terrorisieren. Und offenbar hat es auch sehr viele Tote gegeben. Aber es war unmöglich für André, genauere Angaben zu erhalten, denn Behörden, Polizei und Armee schweigen wie eine Mauer.

In dem obigen Bericht, den ich übersetzt stimmt nur so viel, dass Malaysia seit langem von den USA für Regime-Change ausgeguckt wurde. Aber dass der Sturz der Regierung von Malaysia von dieser Truppe geplant war, ist offenbar Nonsense. Auch von direkten Verbindungen zu Al Qaida oder Al Qaida nahen Terroristen konnte André keine Anzeichen entdecken. André Vltchek hat sich auch der Auffassung vieler Bewohner angeschlossen, dass dieser Angriff weder Malaysia noch den Philippinen gegenwärtig nutzen könnte, da beide Länder mitten im Wahlkampf stecken.

Der Bericht von André ist trotz allem sehr lesenswert, weil man ja über jene „gottverlassenen Weltgegenden“ kaum jemals konkrete Fakten erfährt.

Kommentare:

  1. Ich finde auch Vermutungen sollte man immer gleich melden und eben als solche kennzeichnen. Prüfen kann man dann immer noch. Schnell eine Information zu bekommen ist sehr wichtig !
    Von den Mainstreammedien können wir jedenfalls keine verläßliche Information erwarten.

    Ich kenne nur www.net-news-global.net oder www.mathaba.net oder die jeweils offiziellen Nachrichenagenturen als gute bzw. zu prüfende Quellen.

    AntwortenLöschen