Donnerstag, 15. August 2013

Update to Fukushima: Es ist alles viel schlimmer und wird noch schlimmer

Einar Schlereth
15. August 2013


The 4the Media hat heute gleich drei Artikel zu Fukushima veröffentlicht. Ist ja auch verständlich,  weil China viel näher dran ist am Ort der Katastrophe. Der erste Artikel lautet: 'The News is Bad: The Fukushima Nightmare Gets Worse' (Schlechte Nachrichten: Der Fukushima Alptraum wird schlimmer) von Harvey Wasserman, der die Website www.nukefree.org herausgibt und das Buch 'SOLARTOPIA! Our Green-Powered Earth' geschrieben hat.

Er schreibt, dass TEPCO, einer der weltgrößten und technologisch modernsten Strom-Anlagen der Welt, habe praktisch zugegeben, dass sie nicht wisse, was zu tun sei. Und das weiß wohl auch sonst niemand in der Welt.Dass man im Begriff stehe,
das verseuchte Wasser eindämmen zu können, war natürlich eine Lüge. Und es handelt sich auch nicht um 300 000 Gallons, sondern um 400 000 Gallons täglich. Das könnt ihr mit rund 4 multiplizieren und habt dann 1.6 Mill. Liter Wasser, das aufs Schwerste verseucht ist.


Außerdem habe man bisher hauptsächlich von Tritium gesprochen, weil das nur eine Halbwertzeit von 12.3 Jahren habe und folglich 'harmlos' sei, was natürlich auch gelogen ist. Aber jetzt kommt heraus, dass in dem Wasser auch große Mengen an radioaktivem Iodinen, Cäsium und Strontium seien. "Das deutet darauf hin, dass es wohl noch viel mehr gibt, was wir immer noch nicht wissen," schreibt Wasserman.

Iodine z. B. wird von der Schilddrüse aufgenommen, was das physische und mentale Wachstum beeinflusst. Davon sind jetzt schon 40 % der Kinder im Fukushima-Gebiet betroffen. Cäsium-137 ist schon in Fisch festgestellt worden, der in Kalifornien gefangen wurde. Strontium hat eine Halbwertzeit von 29 Jahren und lagert sich in unseren Knochen ab und zerstört sie.

Japanische Experten haben festgestellt, dass die Auswirkungen die Bomben von Hiroshima und Nagasaki um das 20-30-fache übertreffen. Über dem Gelände ist seit kurzem auch ein Dampfwolke aufgetreten, so dass man annimmt, das 'irgendwo' der Spaltungsprozess weitergeht.

Was bedeutet die Dampfwolke?

Außerdem hängen immer noch 100 Tonnen Brennstäbe über den zerstörten Gebäuden über 30 m in der Luft in ihren Kühlbehältern wie im Schiefen Turm von Pisa und nun wartet man eigentlich nur darauf, dass das nächste kleinere Erdbeben kommt und den Turm zum Einsturz bringt. Und was dann passiert, will oder kann man sich nicht richtig vorstellen.  

Der zweite Artikel lautet 'Letting Tepco "Clean up" Fukushima Is Like Letting a Murderer do Brain Surgery On a VIP' (Tepco Fukushima "aufräumen" zu lassen, ist wie einen Mörder eine Gehirnoperation an einem VIP machen lassen). Da werden eine Menge neuer Enthüllungen dargelegt. Ingineure haben lange zuvor gewarnt, dass Fukushima nicht sicher sei und von einem Erdbeben zerstört werden könnte. Außerdem war es auch so - nicht der Tsunami hat das AKW zerstört, sondern zuvor schon das Erdbeben.  Es sei ein typisches 'man-made' Desaster. Außerdem hat TEPCO nun zugeben müssen, dass man nur so getan habe, als würde man aufräumen. Es wurde nichts getan und seit zwei Jahren läuft das verseuchte Wasser in den Ozean resp. ins Grundwasser. TEPCO hat angekündigt, es wolle auf jeden Fall die abgebrannten Brennstäbe aus ihrer luftigen Höhe entfernen. Würden die Türme einstürzen, wäre das Ergebnis ein Äquivalent mit 14000 Hiroshima-Bomben.

Der dritte Artikel ist ein Interview von Evgenji Sukhoi mit Arnie Gundersen - DEM Experten für AKWs - und heißt 'There is No Way to Stop Fukushima Radioactive Water Leaking into the Pacific' (Es gibt keinen Weg, den Austritt des radioaktiven Wasser in Fukushim in den Pazifik zu verhindern). Dafür gibt Gundersen mehrere Gründe an. Außerdem wirft er der japanischen Regierung vor, dem Volk gegenüber unehrlich gewesen zu sein. Nur das AKW selbst zu säubern, würde 100 Mrd. $ kosten und die Präfektur von Fukushima etwa 400 Mrd. $. Vom übrigen Japan ist gar nicht die Rede. Oder hält sich die Radioaktivität an die Grenzen der Präfektur?

Und übrigens: die TEPCO-Verbrecher sind immer noch auf freiem Fuß. Das wird sich wohl auch nicht ändern.










Kommentare:

  1. Ich bin zutiefst erschüttert. Unsere superduper Fachchinesen haben entweder noch nicht begriffen oder sind unfähig zu sehen, das der unterirdische Wasserkreislauf in etwa so funktioniert, wie der Blutkreislauf. Alles, aber auch alles ist miteinander verbunden. Selbst das tiefste Loch oder der autarkeste Bunker sind von diesem Kreislauf abhängig. Wer das nicht kopiert ist ein IDIOT.

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  2. Es ist einfach schlimm dieses mit ansehen zu müssen. Wenn ich mir zum Vergleich die Hysterie (berechtigt) beim Tschernobyl anschaue, jetzt dazu dieses betretene Schweigen der Medien im Westen.

    Das zeigt mir deutlich, sie beherrschen nichts, wollen nichts machen was auch noch Geld kostet. Tepco müsste längst Pleite sein, wenn dort mit vernünftigen Technologien gearbeitet werden würde. Statt dessen nur beschwichtigen, heucheln, Verantwortung abwälzen.

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  3. This is the end, wozu brauchen wir noch Kriege ?

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  4. Ich bin durch Zufall heute auf folgenden Beitrag auf http://taddl.pretzlaff.info/board/viewtopic.php?f=5&t=143&start=650 gestoßen:

    "Fukushima ist schlimm, aber es ist bei weitem nicht so schlimm, wie in allen deutschen Medien berichtet wird. Ihr sollt in Deutschland auf Kurs gehalten werden, was die "Energiewende" angeht, Erziehung und Indoktrination, da wird medial alles unter den Tisch gehalten, was in AKW Fukushima und Umgebung als Erfolg zu verzeichnen wäre. Faire Berichterstattung ... es geht nur um "was nicht sein kann, was nicht sein darf" und andere Nachrichten werden so nicht zugelassen.

    Es gibt Fortschritte und Rückschläge hier, in deutschen Medien wird halt nur von Rückschlägen berichtet, das ist alles. Da Rückschläge für die Arbeit am AKW hier im Moment sehr selten sind, ist es still geworden, wenn dann mal ein Eimer umkippt, etwas was in der offiziellen Meldung als "könnte passieren" deklariert wird, wird daraus ein "ist passiert", nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, von daher ist die Medienlage nicht verwunderlich.

    ..... Die Belastung des Grundwassers beträgt momentan zwischen 25 und 100 Bq/L, das ist eher wenig - Beispiel: ich könnte das Wasser in Flaschen abfüllen und in Deutschland als Trinkwasser verkaufen, da der deutsche Grenzwert von 1000 Bq/kg - Liter gleich kg gesetzt - nicht überschritten wird.

    .....

    Die Messwerte des Abwassers am AKW-Ausgang waren im Einzelnen, 6. Juli und 9. August 2013:
    Iod-131 nicht nachweisbar, Cäsium-134 8,8 Bq/L, Cäsium-137 19 Bq/L
    Iod-131 nicht nachweisbar, Cäsium-134 5,1 Bq/L, Cäsium-137 11 Bq/L

    Reaktorblöcke 1-4 am nördlichen Kühleingang, also Hafenseite, 9. August 2013:
    Iod-131 nicht nachweisbar, Cäsium-134 21 Bq/L, Cäsium-137 47 Bq/L

    Grundwasser am Berghang, Eingang zur Versickerung und Schlammbarrieren:
    Iod-131 nicht nachweisbar, Cäsium-134 25 Bq/L, Cäsium-137 50 Bq/L

    Die gesetzlich erlaubten Werte am AKW-Kühlausgang bei regulärem Betrieb:
    Iod-131 40 Bq/L, Cäsium-134 60 Bq/L, Cäsium-137 90Bq/L

    Das AKW Fukushima steht also tatsächlich still, die durch Regen vom AKW-Gebiet ablaufende Radioaktivität kommt aus dem Unfall und damit aus der kontaminierten Umgebung, die Restradioaktivität ist weit unterhalb des bei regulärem Betrieb auch in Deutschland erlaubten. Dies hätten die deutschen Medien bei nur geringer Recherche selbst herausfinden können, wenn sie denn gewollt hätten."

    Und nun frage ich mich - was ist wahr? Was ist gelogen?

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    1. Das ist SO DREIST GELOGEN, dass es FAST schon wieder lustig ist!

      Hier mal eine kleine Info dazu, wie es dort wirklich aussieht (die Angaben in dem verlinkten Artikel stammen von TEPCO) … und wie die Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Trinkwasser wirklich liegen:

      http://www.ingenieur.de/Branchen/Energiewirtschaft/Erhoehte-Radioaktivitaet-im-Grundwasser-Fukushima

      "Fukushima Reaktor 2: Im zerstörten japanischen Katastrophenreaktor Fukushima gibt es erneut Probleme. Laut Betreiber TEPCO gelangt verseuchtes Wasser ins Grundwasser. Am 8. Juli wurden im Grundwasser 18 000 Bequerel Cäsium-137 pro Liter (Bq/L) gemessen. Der definierte Grenzwert liegt bei 90 Bq/L. Cäsium-137 hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren. (…) Die Messwerte sprechen eine deutliche Sprache: Am 5. Juli lag die Konzentration von Cäsium-134 bei 99 Bequerel pro Liter (Bq/L), drei Tage später war sie auf 9000 Bq/L gestiegen. Der definierte Grenzwert für dieses eher kurzlebige Cäsium-Isotop mit einer Halbwertzeit von zwei Jahren liegt bei 60 Bq/L. Auch die Grundwasserbelastung von Cäsium-137 mit einer Halbwertzeit von 30 Jahren schoss in die Höhe, von 210 Bq/L auf 18 000. Der Grenzwert liegt hier bei 90 Bq/L. Cäsium verteilt sich relativ gleichmäßig im Körper und kann durch lokale Verstrahlungen zu Zellschäden, Mutationen und Krebs führen.

      Auch die Strontium- und Tritium-Werte im Grundwasser sind erhöht

      Erst im Juni hatte TEPCO stark erhöhte Werte des radioaktiven Moleküls Tritium und des hochgiftigen Strontium-90 im Grundwasser gefunden. So war der Wert für die Strontiumbelastung im Grundwasser von 8,6 Bq/L im Dezember 2012 auf 1000 Bq/L bis Mai 2013 gestiegen. Der Grenzwert für das Isoptop, das über Trinkwasser und Nahrung aufgenommen wird, sich im Knochengewebe festsetzt und als Ursache von Leukämie gefürchtet wird, liegt bei 30 Bq/L."

      Es zeigt sich also auch an diesem kleinen Propaganda-Versuch wieder einmal die alte Erkenntnis: Das einzige bekannte Verfahren, um nach kerntechnischen Havarien und betriebsbedingten Kontaminationen die Strahlungsgefahr zu beseitigen, ist die JOURNALISTISCHE AUFARBEITUNG (wird vom Volksmund auch LÜGE genannt) … quod erat demonstrandum!

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    2. Danke,Macmarine. Die dicken Lügen erfüllen jedenfalls immer den Zweck eines Knüppels zwischen die Beine. Für den Nachrichtenüberbringer und die Leser (da gibt es immer welche, die so etwas begierig aufgreifen und sagen: 'Dachte ich mir doch, dass es nicht so schlimm ist'. Und die Detaillüge lenkt natürlich auch vom Gesamtbild ab: Warum überhaupt Atomenergie? Cui bono? Wem nützt es? Wer verdient? Da kommt man schnell zu Ergebnissen. Die dann beweisen, dass die Herren Nutznießer über Leichen gehen und wenn die ganze Menschheit drauf geht. Nur gut, dass sie (leider) auch dazugehören.

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  6. Na ich würde sagen Feuerland - die Südspitze von Argentinien - oder auch die Südspitze von Chile.

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