Mittwoch, 8. Januar 2014

Die äthiopische (US)Hand im Südsudan

Da hatte ich doch den richtigen Riecher gehabt, als ich den ersten Artikel vor genau 14 Tagen zum Südsudan hier auflegte. Die Details kannte ich nicht, aber die werden hier von Thomas C. Mountain nachgereicht. Der schönste Thriller, nur werden die ja leider von niemandem gedreht.

Thomas C. Mountain

7. Januar 2014

Südsudan, Äthiopien im Osten und Sudan im Norden
 Äthiopien war sehr aktiv beim Destabilisieren des Südsudan und wurde mehrmals dabei erwischt, wie es Waffen an die „Rebellen“ in Jonglei und an Untity States im Norden des Landes im vergangenen Jahr lieferte.

Einige dieser Waffen wurden gegen die UN-Friedens-Truppe benutzt über das allgemeine ethnisch-basierte Gemetzel hinaus, das die Rebellen im Südsudan anrichteten.

Äthiopien hat bis zu 10000 Truppen ("Friedensbewahrer“) im Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan eingesetzt (einschließlich der Erdölfelder), wo der Führer der „Rebellion“ Riek Machar begonnen hatte, der sich aber angeblich in einem seiner multi-Millionen Dollar-Paläste in Addis Abeba versteckt hält.

Riek Machar, der nominelle Führer des Nuer-Volkes im Zentrum der „Rebellion“, das 10 % der Bevölkerung ausmacht, ist angeklagt, über 2 Mrd. von den 10 Mrd. Dollar gestohlen zu haben, die von der südsudanischen Regierung in den vergangenen 7 Jahren eingenommen wurden.

Machar beschuldigt zusammen mit seinen verbrecherischen Kumpanen im sudanesischen Kabinett Präsident Salva Kiir und sein Dinka-Volk des Diebstahls. Davon sei nichts für das Volk der Nuer abgefallen. „Der Dieb schreit Diebe“, beschreibt das am besten.

Eine der ersten Forderungen von Riek Machar, die er nach seinem Coupversuch stellte, war, dass die von Salva Kiir verhafteten Kumpane freigelassen und nach Äthiopien ausgeflogen würden. Eine seiner nächsten Forderungen war, dass alle „Friedensgespräche“ in Äthiopias Hauptstadt Addis Abeba gehalten würden. Aber wie ernst das gemeint ist, ersieht man daran, dass er den Rücktritt von Sava Kiir forderte, bevor ernste Verhandlungen beginnen könnten.

Äthiopien, ein Land mit 80 Millionen Einwohnern, muss sein gesamtes Öl importieren, was 75 % der Einnahmen an ausländischer Valuta verschlingt. Im vergangenen Jahr sanken Äthiopiens Valuta-Reserven erheblich wegen fallender Preise für den Kaffee (doch die westlichen Medien berichten weiterhin, wie die Wirtschaft Äthiopiens boomt, obwohl die Export-Einkommen fallen!).

Äthiopien benötigt dringend Öl und Riek Machars geheim gehaltenen Forderungen von nicht bloß einem Anteil an den Öleinnahmen, sondern auch am Öl selbst, könnten Äthiopiens Destabilisierung des Südsudan erklären.

Und die USA, für die Äthiopien der Durchsetzer der Pax Americana in Ostafrika ist, möchten ein Ende aller chinesischen Energieprojekte in Afrika sehen, bei denen der Sudan für China das wichtigste Projekt ist.

John Garang

Schließlich war die USA der wichtigste Förderer der Schaffung des Staates Südsudan. Ironischerweise wird John Garang, der als Gründungsvater des Südsudan gefeiert wird, und der ein lautstarker Gegner dieser Pläne war, jetzt bei jeder Diskussion im südsudanesischen Bürgerkrieg in den Mainstream- und den alternativen Medien ausgeschaltet.

Aber nur wenige Wochen vor seinem verdächtigen Tod durch einen Helikopter-Absturz hielt John Garang zum ersten Mal eine Rede vor dem Volk in Nordsudan und zwar vor einer Million Menschen in Khartoum 2005 (Präsident Bashir hat niemals mehr als ein Zehntel dieser Menge auf die Beine gebracht).  Und was war es, was Garang an diesem schicksalsschweren Tag sagte? Dass er absolut und bedingungslos gegen eine Aufspaltung des Sudan sei, dass der Sudan neu geboren würde mit gleichen Rechten für alle und Gerechtigkeit für alle Sudanesen, wenn er, John Garang, bei den nächsten Wahlen im Sudan gewählt würde.

Garang spricht in Khartoum (hier ein Kurzes Video)
Und fatalerweise für seine Beziehung mit der Pax Americana erklärte er, dass der Sudan unter seiner Präsidentschaft politisch unabhängig sein würde und NICHT mit dem Westen in ökonomischen Fragen zusammenarbeiten würde, sondern stattdessen die Kooperation mit China vorziehen würde. Für Afrikas größte und potentiell reichste Land stand es außer Frage, dass es solch einen Kurs nähme. Und John Garang starb in einem Feuerball seines Helikopters wenige Wochen danach. Und dann wurde allmählich der Südsudan unabhängig in Übereinstimmung mit den Wünschen der Pax Americana. Und die „Sturmwolken über Südsudan“ würden hereinbrechen und das Land mit ethnischen Massakern überfluten und mit herzzerreißendem Leiden, wieder einmal, für seine Völker.

Die Goldene Regel am Horn in Afrika ist, dass jeder größere Konflikt seine Wurzeln in Äthiopiens Listen und Spionage hat und das gegenwärtige Morden und Chaos im Südsudan ist keine Ausnahme. Und bis der lange erwartete Regimewechsel in Äthiopien eintritt (12 Mrd. $ jährlich an ausländischer Hilfe, Darlehen und „Investitionen“ helfen, die Verzögerung zu erklären), wäre man gut beraten, mehr erschütternde Bilder von ethnischer Gewalt zu erwarten, so lange der Bürgerkrieg im Südsudan anhält.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Hierzu habe ich eine Frage. Sind die beiden Völker die sich im Südsudan bekriegen Christlich? Oder ist das wieder so eine Islam gegen Christentum Sache. Ich meinte gehört zu haben das die Rebellen Moslems sind die von China unterstützt werden um die Pax Americana zu stören. Wenn dem so ist würde es ja bedeuten das China genauso wie die USA Terror unterstützt um seine Ziele zu erreichen.

    Bitte hierzu falls möglich eine Antwort

    Gruß

    Partizan

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  2. So weit ich weiss, spielen die traditionellen Religionen noch ein sehr große Rolle, an zweier Stelle wohl verschiedene christliche Sekten und eine Minderheit sind Moslem. Aber Garang war m. E. Christ und sprach in Khartoum von einer Million Menschen, die überwiegend moslemisch waren. Die Religion wurde von Israel und USA ins spiel gebracht, aber wohl mit weniger Erfolg. Von chinesischer einmischung habe ich bislang nichts gehört.

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