Dienstag, 15. September 2015

Russland lässt Assad nicht fallen (update)


Hier ist noch ein besserer Artikel zu diesem Thema: "Russland hat die Führung in der Hilfe für Syrien übernommen". Es versucht, eine "einschließende" Koalition gegen die IS auf die Beine zu stellen, um den Plänen von USA und Türkei, eine Zone im Norden Syriens für ihre Terroristen zu "befreien", zuvorzukommen.

Al Monitor
13. September 2015
Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (2. v. r.) bei einem Treffen mit Vertretern der syrischen Opposition Haytham Manna (l.) und anderen Mitgliedern der Delegation in Moskau am 14. August 2015 (Foto von REUTERS/Maxim Zmeyev)
US-Außenminister John Kerry warnte den russischen Außenminster Sergej Lawrow am 5. September, dass eine russische militärische Verstärkung in Syrien „den Konflikt weiter verstärken könnte“ und das Risiko einer Konfrontation mit den US-geführten Koalitionskräften verursachen könnte.

Moskaus Verstärkung der Hilfe für Syriens Regierung ist die neueste Wiederholung eines bemerkenswert konsistenten Verhaltens zu Syrien seit Beginn des Aufstandes und des Bürgerkriegs 2011. Für Russland ist der syrische Präsident Assad oder genauer die syrische Regierung wesentlich, um die Terroristen-Gruppen zu besiegen, die Russland direkt bedrohen.
Wie Lakhdar Brahimi, der ehemalige Sonderbeauftragte für Syrien der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, zu Al Monitor im vergangenen Jahr sagte: „Ich denke, die russische Analyse war von Anfang an richtig, aber alle dachten, dass es eine Meinung und keine Analyse wäre. Die Russen sagten, dass Syrien nicht Ägypten sei und nicht Tunesien sei und der Präsident von Syrien nicht in zwei oder drei Wochen stürzen würde. Die Leute dachten, dass das keine Analyse wäre, sondern eine Positionsbestimmung: 'Wir werden das Regime unterstützen.' Vielleicht, vielleicht wenn die Leute auf sie gehört und gesagt hätten, nun, ihr kennt die Situation in Syrien besser als sonst jemand. Lasst uns zusammensitzen und sehen, wie wir Syrien helfen können, seine Probleme zu lösen. Vielleicht hätten sich die Dinge anders entwickelt. Aber das ist nicht geschehen.“

Die internationale und US-Diplomatie ist 'steckengeblieben', wie Laura Rozen berichtet, zum stolpern gebracht durch die US, saudische und türkische Vorbedingung des Abgangs von Assad für jede Übergangslösung. Während die USA am Rande stand, hat Moskaus Engagement mit der syrischen Regierung und den Oppositionsgruppen die Bemühungen des UN-Syrien-Beauftragten Staffan de Mistura ergänzt.

Moskau und Teheran lassen Assad nicht fallen, schon gar nicht als Vorbedingung und beim Fehlen eines kohärenten politischen Plans, der die Vernichtung des Islamischen Staates (IS) sichern würde, um einen Kollaps des syrischen Staates zu verhindern.

Vitaly Naumkin erklärt den russischen Grund für die Verstärkung der Hilfe für die syrische Regierung: „Es ist gut bekannt, dass Russland die Bildung einer breiten Koalition unter Teilnahme globaler und regionaler Mächte gefordert hat, um einen Krieg gegen das Übel zu führen, das Russland als direkte Bedrohung seiner nationalen Sicherheit ansieht. Es genügt zu sagen, dass aus einer einzigen Gegend in der Wolga-Region, berühmt für ihre Toleranz, nicht weniger als 200 Leute losgezogen sind, um an der Seite der IS zu kämpfen. Von dem Nord-Kaukasus gar nicht zu reden. Die Aufgabe der Bildung einer breiten Koalition ist weit davon entfernt, erfüllt zu sein ….

Die moderaten syrischen Oppositionskräfte, die an zwei Fronten kämpfen, sind viel schwächer als die Terroristen und verlieren an Boden. Laut russischen Experten kontrolliert die Opposition 5 % des syrischen Territoriums, während fast die Hälfte des Landes in Händer der IS ist. Unter diesen Umständen wird die Hilfe für Damaskus ausschließlich im Kontext mit ihrem Kampf gegen die Dschihadisten gesehen.“

Naumkin, der an den von Moskau vermittelten Gesprächen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition teilgenommen hat, hebt hervor, dass das russische Publikum nach wie vor gegen eine direkte Intervention in Syrien ist, und dass Moskau und Teheran nicht unbedingt ihre Verbindung zu Syrien koordinieren, zumindest noch nicht. „Man sollten Moskaus Pläne für Hilfslieferungen an Damaskus nicht mit Teherans Plänen vermischen. Iran verfolgt seine unabhängige Politik, geleitet von seinen nationalen Interessen. Russland tut dasselbe, wobei es auch seine wachsenden Beziehungen zu den Arabischen Golf-Staaten in Rechnung stellt. Aber falls das Ausmaß des Kampfes gegen die IS in Syrien sich verstärkt ohne die Schaffung einer breiten Koalition und ohne notwendige Koordination, wäre das eine Tatsache, die den Erfolg des Kampfes behindern könnte.“


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. UNO - keine Hilfe für 200'000 syrische Flüchtlinge
    von Freeman am Montag, 7. September 2015

    Es ist skandalös und beschämend, wie die sogenannte "westliche Wertegemeinschaft", die immer einen auf "Humanität" und "Menschenrechte" macht, den syrischen Flüchtlingen nicht hilft, oder nicht mehr hilft. Die Vereinigten Staaten haben am Wochenende gesagt, sie würden keine Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen und die UNO hat 200'000 syrischen Flüchtlingen in Jordanien lapidar per SMS mitgeteilt, die Lebensmittelhilfe wird komplett eingestellt. Das Welternährungs- programm (WFP) hätte kein Geld mehr. Bisher bekamen die Flüchtlinge 14 US-Dollar pro Monat in Form von Gutscheine, um überleben zu können. Die kanadische Sprecherin des WFP, Julie Marshall, sagte gegenüber der Presse, es gebe keine Hilfe mehr. Sie können entweder zurück nach Syrien gehen, oder in ein anderes Flüchtlingslager, oder die Reise nach Europa antreten.

    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: UNO - keine Hilfe für 200'000 syrische Flüchtlinge http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/09/uno-keine-hilfe-fur-200000-syrische.html#ixzz3lp3a1J5m

    Lügenpresse findet Flüchtlinge aus Damaskus:

    "Ein junger Flüchtling aus Damaskus hält nach der Ankunft mit seiner Familie im Hauptbahnhof einen Fußball im Arm, den er von Freiwilligen ..."

    http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/mz-schaltet-service-hotline-hilfe-fuer-fluechtlinge-in-sachsen-anhalt,20641266,31806914.html



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  2. Da muss Russland dann jetzt aber mal hinne machen, denn Frankreich hat ja beschlossen Luftangriffe im Norden Syriens zu fliegen --- natürlich gegen die IS(IS) ... und im Guardian und der Sun wurden Luftschläge gegen Syrien ja auch schon laut vorgetragen!

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  3. Da muss Russland dann jetzt aber mal hinne machen, denn Frankreich hat ja beschlossen Luftangriffe im Norden Syriens zu fliegen --- natürlich gegen die IS(IS) ... und im Guardian und der Sun wurden Luftschläge gegen Syrien ja auch schon laut vorgetragen!

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