Samstag, 28. November 2015

In Indien fordern 18 Dörfer Wasser-Stopp für Coca-Cola


India Resource Center
27. November 2015
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Coca-Cola go home!
Die Dorfräte (panchayats) von 18 Dörfern in unmittelbarer Nähe einer Coca-Cola Fabrik in Mehdiganj/Distrikt Varanasi haben gemeinsam verlangt, dass die Grundwasser-Entnahme durch Coca-Cola sofort  gestoppt wird.

Panchayats sind Dorfräte, die auf örtlicher Ebene in jedem Dorf gewählt werden. Die Dörfer liegen alle in einem 5 km Radius von der Coca-Cola Fabrik entfernt und haben seit Beginn 1999 Wasserknappheit erfahren müssen. Die Umgebung der Fabrik wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt und ist vom Grundwasser abhängig als Trinkwasser, zur Bewässerung, für das Vieh und für die Wäsche.

Coca-Cola benutzt eben dieses Grundwasser für seine Produktions-Bedürfnisse, womit sie in Konkurrenz tritt mit den umgebenden Gemeinden in einem Gebiet mit Wasser-Knappheit.

Die sich verschlechternden Grundwasser-Bedingungen in den Gemeinden werden von Regierungs-Daten erhärtet und bestätigen ein starkes Sinken des Grundwasser-Spiegels in dem Gebiet. Im vergangenen Jahr erklärte die Regierung das Grundwasser der Region als „übermäßig ausgebeutet“. Dies ist die schlechteste Kategorie und beinhaltet, dass mehr Wasser entnommen wird als zufließt. Deswegen wurden viele Einschränkungen zur Benutzung des Grundwassers durch die Gemeinde und die Bauern eingeführt.

In Briefen an die Kontrollbehörde für Umweltverschmutzung in Uttar Pradesh (die Landesbehörde), die verantwortlich für die Lizenz an Coca-Cola ist, schreiben die Ratsvorsitzenden (sarpanch), dass es nicht akzeptabel sei, dass Coca-Cola fortfährt, Grundwasser für Profit zu entnehmen, während alle anderen im Gebiet unter der Wasserkrise leiden. Die Briefe betonen auch, dass Kinder, Frauen, Bauern, die Armen und das Vieh von der wachsenden Krise betroffen sind.

Die Briefe verlangen, dass die Grundwasser-Entnahme durch Coca-Cola sofort gestoppt werden müsse.

Die Dorfräte haben schon in einem Brief vom April 2013 geschrieben, dass sie gegen die Erweiterungspläne von Coca -Cola sind. Nach einer internationalen Kampagne hat die Regierung die Erweiterungspläne im August 2014 gestoppt.

Der neue Brief der Dorfräte in Varanasi kommt zu einer Zeit, wo die indische Regierung neue und strengere Auflagen für die Nutzung von Grundwasser für Industrien und besonders für wasser-intensive wie Getränke-, Brauereien und Papier-Industrien vorgelegt hat. Diese Verschärfung ist vor allem das Ergebnis des Drucks von Aktivisten sowie den Leitlinien des National Green Tribunal, Indiens Grünem Gericht.

Die neuen Richtlinien für die Grundwasser-Nutzung traten am 16. November 2015 in Kraft. Wichtig war, dass auch bestehende Industrien unter die neuen Vorschriften fielen – was eine Hauptforderung des Indischen Ressourcen Zentrums war, das gegen den Missbrauch von Grundwasser agitiert hatte.

[Hier folgt die Liste mit den Namen der Vorsitzenden aller Räte in den 18 Dörfern. D. Ü.]

Den Forderungen der Dörfer haben sich auch der Arajiline Block Präsident Shmt. Shakuntala Dewi und die Partei MLA angeschlossen.

„Gewählte Dorfräte repräsentieren die Stimme des Volkes und sie sagt, dass Coca-Cola in Mehdiganj nicht willkommen ist. Es ist an der Zeit, dass Coca-Cola seine Sachen packt und verschwindet,“ sagte Amit Srivastava vom Indischen Resourcen-Zentrum.

„Coca-Cola malt ein hübsches Bild von sich selbst international als verantwortlicher Nutzer von Wasser, aber die Wirklichkeit in Indien ist, dass sie das Grundwasser auf Kosten der Armen, der Frauen, Kinder, Bauern und des Viehs benutzt, die immer weniger Wasser bekommen, weil Coca-Cola das Grundwasser für seinen Profit nutzt,“ sagte Srivastava außerdem.
Für mehr Information siehe hier.

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