Dienstag, 10. November 2015

Karte aller Unterseekabel, die das Internet verbinden



Schöne, nach alten Vorlagen gemachte Karten mit viel Wissenswertem. Hatte nicht einmal eine Ahnung, dass da schon 300 Kabel weltweit in den Meeren herumliegen.

Phil Edwards
8. November 2015
Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Kabel, die auf dem Meeresboden liegen, um das Internet in die Welt zu bringen. Sie überführen 99% der Daten, machen die transozeanische Kommunikation in einer Sekunde möglich und dienen als lockere Stellvertreter des internationalen Handels, der die verschiedenen Ökonomien miteinander verbindet.

Ihre Bedeutung und Verbreitung inspirierte die Tele-Geographie, diese Vintage-inspirierte Karte von den Kabeln zu erstellen, die das Internet verbinden. Sie zeigt 299 Kabel, die aktiv, im Bau oder bis Ende dieses Jahres fertig sind.

Außerdem findet man neben den Bildern Informationen über die „Wartezeit“ unten auf der Karte (wie lange es dauert, die Nachricht zu übermitteln) und die „Grenzfähigkeit“ in den Ecken (die zeigt, wieviel Verkehr ein System senden kann, was gewöhnlich in Terabytes gemessen wird). Ihr könnte eine voll zoom-bare Version hier durchsuchen.

Kabel werden so häufig verwendet gegenüber Satelliten-Übertragung, weil sie verläßlich und schnell sind: mit hohen Geschwindigkeiten und mit vorhandenen backup-Spuren. Und das bedeutet, sie sind zu einem Schlüsselpunkt der globalen Ökonomie geworden und für die Art und Weise, wie die Welt verbunden ist.

Nehmt z. B. die untenstehende Karte, auf der man zwischen einerKarte von 1912 über die Handelsrouten und der Karte der Tele-Geographie mit den heutigen Unterwasserkablen gleiten kann. Die ökonomische Wechselbeziehung ist geblieben, aber Methoden und Bedeutung änderten sich.

Diese interaktive Karte kann ich nicht zeigen - müsst ihr im Original ansehen.


Die Unterwasserkabel-Karte zeigt auch die ökonomischen Verbindungen weniger entwickelter Länder. Kabel zwischen Amerika und Afrika z. B. sind seltener als die auf den Transatlantik- und Trans-Pazifik-Routen [idiotisch, wenn es nur EIN Kabel gibt. D. Ü.]

Connections in the South Atlantic

Verbindungen im Südatlantik

Obwohl Kabel mit den Entwicklungsländern zunehmen, gibt es noch viel zu tun, um gleichzuziehen. Und die Antarktis fehlt völlig (die Wissenschaftler dort werden über Satelliten mit dem Internet verbunden).

Die Analogie zwischen Unterseekabeln und historischen Handelsrouten hat eine Menge Vorbehalte: Handelsrouten wurden bestimmt von der Geographie und den Wirtschafts-Interessen, und ökonomische Anreize waren sehr anders als heute. Es wäre auch ein Fehler, die physischen Güter zu Gunsten des Internets zu übersehen (schaut euch nur mal die gigantischen Container-Schiffe an). Aber sowohl damals als auch heute erfordern Wege über die Ozeane Investitionen, Handelspartner auf beiden Seiten und eine Bereitschaft, Risiken zu tragen. Seeleute trugen damals das Risiko und Tech-Unternehmen heute.

Unterseekabel erhalten große Investitionen von Unternehmen, die ihre eigenen modernen Handelsrouten entdecken.

Submarine cables in Asia.
Unterseekabel in Asien

Diese Kabel tragen Informationen für das ganze Internet, sowohl für Unternehmens- als auch Konsumenten-Interesse Deshalb hat Google 300 Mill. $ in ein Trans-Pazifik-Kabel-System-Konsortium investiert, Facebook hat Geld in ein Asien-Kabel-System-Konsortium gesteckt und die Finanz-Industrie investierte ebenso viel, um ein paar Millisekunden an Handelszeiten zu gewinnen.

Andere Konsortien legen regelmäßig Kabel, um Konsumenten-Internet -Daten zu übermitteln. Die Kontrolle jeder Gruppe eines Unterseekabels ist ein Vorteil im Informations-Austausch zwischen Ländern.

Unterseekabel sind eine 150 Jahre alte Idee mit neuem Potenzial

Der Prozes des Verlegens der Kabel hat sich in 150 Jahren nicht sehr verändert – ein Schiff überquert den Ozean und wickelt ein Kabel langsam ab, das auf den Grund sinkt. Die SS Great Eastern legte das erste dauerhaft erfolgreiche Trans-Atlantik-Kabel 1866, das Telegraphie übermittelte. Später (1956) trugen die Kabel Telefonsignale.

A submarine cable.
Karte vom Unterwasserkabel von 1858
Eine Karte von Untersee-Telegraph-Kabeln 1858, obwohl der Versuch nur drei Wochen funktionierte (Wikimedia Commons).

Moderne Kabel sind erstaunlich dünn in Anbetracht ihrer Länge und wie tief sie sinken. Sie sind gewöhnlich nur ca. 7.5 cm dick. Sie sind jedoch dicker in flacheren Gewässern, wo sie oft eingegraben werden, um sie vor Kontakt mit Fischerbooten, Maritimen Betten (Ökologie?) und anderen Objekten zu schützen. Am tiefsten Punkt im Japan-Graben werden sie auf 8000 m Tiefe verlegt, was bedeutet, dass sie so tief liegwn wie der Mt. Everest hoch ist.

Die optischen Kabel, die die Informationen übermitteln, sind innerhalb größerer Kabelschalen gelagert:


A diagram of a submarine cable.
Ein Diagramm eines Unterseekabels (Wikimedia Commons)
Die Komponenten sind:
  1.  Polyethylene
  2.  Panzer Tape
  3.  Drahtseile aus Stahl
  4.  Aluminium Wasserschutz
  5.  Polycarbonate
  6.  Kupfer oder Aluminiumrohr
  7.  Petroleum Glysantin (das hilft, die Kabel vor Feuchtigkeit zu schützen)
  8.  Optische Fibern

Diese optischen Fibern führen alle Videos, Handelsverträge, Fotos und Artikel, die vom Internet um die Welt in Millisekunden getragen werden. Und den Vorteil nutzt jeder Händler – digital oder analog.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Sehr Interessanter Artikel zum wohl wichtigsten Medium der Welt.

    Was mich noch interessiert sind die "Gebühren".
    Wer bezahlt wen am Ende, wenn ich z.B. mit Firefox (habe gehört Firefox erwirtschaftet Gewinn über Stiftungen oder so, mit anderen Worten, basiert nicht haupts. auf Spenden was auch Sinn macht) kostenlos ins Internet komme (gut ich bezahle einen Anbieter).
    Wird der Datenverkehr, also die Menge auch irgendwo geregelt (z.B. niemand zuviel Volumen nutzt)?
    Wer kontrolliert die Kabel am Ende ?
    Danke dafür!

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  2. Das steht doch da, dass die Unternehmen, die die Kabel verlegen, sie auch kontrollieren. Und Gewinne draus ziehen. Allein Google macht hier im kleinen Schweden Milliarden -Gewinne. Aber du könntest ja mal etwas genauer nachforschen und wenn du was hast, schickst du das oder schreibst selbst was.

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