Montag, 10. Oktober 2011

Bericht aus Haiti: Wo ist das Geld?



Bill Quigley, der diesen Report am 7. Oktober 2011 schrieb, hätte Berichte kurz nach dem Erdbeben nochmals lesen sollen, die erzählten, wie die Amis alles an sich rissen, Truppen landeten statt Nahrung und Wasser, nicht-US-Flugzeugen mit Hilfe an Bord die Landung verweigerten, und obendrein die Gangster Bush und Clinton als Koordinateure der Hilfe einsetzen. Na und da war das Geld in den richtigen Händen. Das US_Eingreifen war von Anfang als Genozid-Aktion angelegt. Und dann übte man so lange Druck auf Lula aus, dass er Männchen machte und brasilianische Truppen nach Haiti schickte, die das Volk zusätzlich schikanieren.
Beschädigte und eingestürzte Gebäude gibt es in jedem Viertel. Männer ziehen Ochsenkarren von Hand durch die Straßen. Frauen tragen 20 l Eimer mit Wasser auf dem Kopf, das aus den Kanalschächten auf der Straße geschöpft wird. Hunderttausende leben immer noch in Hütten, die mit Blech oder Planen gedeckt sind in den großen öffentlichen Parks, zwischen den Häusern und auf kleinen Parzellen. Die meisten Leute sind arbeitslos oder verkaufen Mangos oder Nahrung an allen größeren Straßen. So sah Port au Prince bei meinem Besuch mit einer Menschenrechtsdelegation der School of Americas Watch aus – mehr als eineinhalb Jahre nach dem Erdbeben, das Hunderttausende tötete und zwei Millionen obdachlos machte.
Was ich in der Woche nicht sah, waren Bulldozer, die die Zementberge beseitigten, die vom Erdbeben im Januar noch daliegen. Keine Baukräne zum Bau neuer Häuser. Keine Projekte für öffentliche Arbeiten. Keine Wohnbauentwicklung. Keine öffentliche Verteilung von Nahrung und Wasser.
Wohin ich auch kam, fragten die Leute in Haiti: „Wo ist all das Geld, das den Haitianern versprochen wurde?“
Die Welt ist weiter gegangen. Ich sehe die Reihen von verschlossenen öffentlichen Toiletten auf dem Gehweg vor dem Camp St. Anne. Das Obdachlosenlager liegt in einem Park dicht neben Skelett der zerstörten St. Anne Kirche. Der Platz wimmelt von Babies, kleinen Kindern, Frauen, Männern und Alten. Es riecht nach Holzkohlenrauch, Staub und Menschen. Sechshundertfünfzig Familien leben dort ohne Strom, Wasser und Sicherheit.
Ich sprach mit mehreren jungen Frauen in dem Hütten-Lager, die meisten ca 7 m² groß aus alten Blechen, Ästen, alten Brettern und verrosteten Zinnbehältern. Wenn es regnet, stehen sie in ihren Hütten und warten, bis es aufhört. Auf dem Weg vor einer Hütte, der mit Leinen kreuz und quer überspannt war mit Kinderwäsche, sagte uns eine Gruppe von Frauen, dass Oxfam half, das Lager zu verwalten, aber die sind nachhause gefahren. Als Oxfam weg war, hörte die Firma, die die Toiletten leerte, damit auf, weil sie nicht mehr bezahlt wurde. Ein paar Leute hängten Schlösser davor und verlangen ein paar Pfennige, um sie zu benutzen, aber die Leute haben keine Arbeit und folglich kein Geld für die Toiletten. Das Rote Kreuz hatte am Morgen das Lager besucht und ihnen gesagt, dass sie am 17. Oktober verjagt würden. Wohin, fragen wir. Wir haben keine Ahnung. Jesus wird helfen, sagten sie.
Wohin ist das für Haiti gesammelte Geld verschwunden? Was ist mit dem Roten Kreuz? Was ist mit der US-Regierung? Wo ist das Geld, das in Frankreich, Kanada und in der ganzen Welt gesammelt wurde? Was ist mit den Zusagen der UNO? Wo ist das Geld? Die Leute in Haiti leiden immer noch unter dem Erdbeben von vor 20 Monaten. Sie sind unsere Schwestern und Brüder. Sie verdienen Hilfe.
Der Originalartikel liegt hier.

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