Freitag, 21. Oktober 2011

Syrisches Blutvergießen und die Abdankung des Westens von journalistischer Verantwortung

pro-Assad Demonstration am 19. Oktober

von Peter Lee
am 18. Oktober 2011
Die BBC Überschrift vom 13. Oktober lautete: „Zusammenstöße in Syrien hinterlassen 19 Tote – Menschenrechtsaktivisten“. Das vermittelt den Eindruck, als ob die brutale syrische Armee 19 syrische Demonstranten getötet hat.
Nicht ganz. Die Story geht weiter:
„Die in England beheimatete 'Observatory for Human Rights' sagte, dass 10 Menschen starben, als Regierungstruppen die nördliche Stadt Banash angriffen. In der südlichen Stadt Haara haben bewaffnete Männer mindestens 9 Soldaten getötet.“
Also neun Soldaten der syrischen Regierung. Laut Berichten der syrischen Regierung sind seit Beginn des Aufstandes 1100 Soldaten der syrischen Regierung getötet worden.
Die anti-Regierungs-Gewalt durch bewaffnete Gruppen ist eine der unpassenden Wahrheiten über den syrischen Aufstand.
Die demokratischen Aktivisten wollen es nicht zugeben; sympathisierende Medien wollen es nicht berichten.
Jetzt, wo dieses Thema nicht mehr zu umgehen ist, besteht die neue Taktik darin, sie als Antwort von erbosten Deserteuren zu entschuldigen, während man das „Abgleiten in den Bürgerkrieg“ bedauert.

So ist es nicht.
Das Problem der „bewaffneten Gangs“ ist von Anfang an vorhanden gewesen.
Es bedurfte einer bewussten Abdankung von journalistischer Verantwortung, es zu unterdrücken – und weiterhin Falschdarstellungen zu vermitteln, um der Verantwortung für die einfach gestrickten (und unbeirrbaren) Beifall klatschenden pro-Demokratie Medien auszuweichen, die die meisten Berichte über Syrien charakterisieren.
Jetzt, wo die gewaltlosen anti-Regierungs- Proteste in Sinnlosigkeit schmoren, drängen die Verfechter des gewaltsamen Kampfes in den Mittelpunkt.
Für den Westen und die Sunni-Staaten muss, um neues Leben in die anti-Assad-Bewegung zu hauchen, die Gewalt als unausweichlich dargestellt werden, als prinzipielle Antwort, um das Versagen einer politischen Bewegung zu verschleiern.
Ich bin darauf gefasst, dass die Medien die anti- Regierungsgewalt mit denselben unehrlichen, schuldbewussten Ausflüchten darstellen werden, wie sie es in der Vergangenheit getan haben.
Siehe auch „Hat Saudi Arabien George W. Bush gezeigt, wie die Sache der Regime-Veränderung im Nahen Osten laufen muss?“ auf http://chinamatters.blogspot.com

Das Original liegt hier.

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